Im neuen Städteranking zur Lebenszufriedenheit hat es eine ostdeutsche Stadt überraschend auf Platz eins geschafft. Die Bundeshauptstadt Berlin schneidet dagegen schlecht ab.
Erfurt ist laut dem aktuellen Glücksatlas die glücklichste Großstadt Deutschlands. Die Thüringer Landeshauptstadt erreicht 7,74 Punkte auf einer Skala von 0 bis 10 und verdrängt damit den Vorjahressieger Kassel, der auf Rang 13 zurückfällt. Das geht aus der Sonderstudie hervor, die die Universität Freiburg in Zusammenarbeit mit der Süddeutschen Klassenlotterie (SKL) erstellt hat. Es folgen Augsburg (7,42 Punkte) und Düsseldorf (7,41 Punkte).
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Erfurt überzeugt, Rostock abgeschlagen Letzter
In der Studie heißt es: „Erfurt steht im SKL Städteranking auf Platz 1, weil die Stadt viele Vorteile ostdeutscher Großstädte vereint, ohne deren typische strukturelle Schwächen stark auszuprägen.“ Geringe Mieten, hohe Umweltqualität und eine leicht überdurchschnittliche wirtschaftliche Lage gehörten demnach zu den Hauptgründen. Der Anteil der Sozialhilfeempfänger sei deutschlandweit mit am geringsten. Erfurt klettert von Platz sechs im Vorjahr auf die Spitzenposition. Ebenfalls ordentliche Werte im Glücksindex erreichten Halle an der Saale (Platz 12), Chemnitz (Rang 17) und Magdeburg (Platz 23).
Am unteren Ende des Rankings liegt die Hansestadt Rostock mit nur 5,80 Punkten. Der Abstand zum Vorletzten wachse seit drei Jahren kontinuierlich, heißt es in der Studie. Bei Kriminalität, Infrastruktur und Umweltqualität schneide die Stadt zwar überdurchschnittlich ab. Die geringe Lebenszufriedenheit erkläre sich jedoch aus der Sozialstruktur: Rostock gehöre zu den ältesten Großstädten Deutschlands, mehr als die Hälfte der Einwohner lebe allein. Zudem verzeichne die Stadt eine der niedrigsten Geburtenraten und die zweitniedrigste Eigentumsquote. Rostock wirke dadurch fast „bedrückend still“, so die Autoren.
Berlin weit unten, Ostdeutschland bleibt hinter dem Westen
Auch die Berliner zählen zu den unzufriedensten Großstadtbewohnern Deutschlands. Die Hauptstadt erreicht mit 6,71 Punkten nur Platz 35 und landet hinter Städten wie Bremen, Wuppertal und Gelsenkirchen. Als Gründe nennen die Studienautoren hohe Mieten, eine im Vergleich zu Leipzig und Dresden höhere Kriminalitätsrate sowie eine von den Bewohnern unterdurchschnittlich bewertete Infrastruktur. Auch die mentale Gesundheit der Bevölkerung sei schwächer als in anderen Großstädten. Mit einem Anteil von 56,8 Prozent Einpersonenhaushalten sei Berlin ein „sozialer Extremfall“. Zugleich weise die Stadt überdurchschnittlich hohe Geburtenzahlen auf. Diese seien höher als etwa in Bremen, Stuttgart oder Dortmund.
Insgesamt seien die Einwohner ostdeutscher Großstädte mit durchschnittlich 6,91 Punkten am wenigsten zufrieden, so die Studie. Die Bevölkerung sei älter, lebe häufiger allein und seltener im Wohneigentum. Auch Arbeitslosenquoten seien höher und Einkommen geringer als im Westen. Dresden landet auf Platz 31 (6,86 Punkte), Leipzig auf Rang 24 (6,98 Punkte).
Für das Ranking befragte das Institut für Demoskopie Allensbach zwischen 2022 und 2026 insgesamt 23.286 Menschen im Alter von 16 bis 84 Jahren in den 40 größten deutschen Städten mit mehr als 200.000 Einwohnern.
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