MAHLOW. Die evangelischen Kirchengemeinden in der Region sind verschlafen und hinken der Zeit hinterher. Das geht aus einer Studie der Marketing-Agentur viewpoint42 aus Mahlow (Teltow-Fläming) hervor. Danach nutzen die Gemeinden weder modernes Management noch Sponsoring und Marketing. Nur ein Viertel von ihnen betreibe eine aktive Imagepflege. Und immerhin elf Prozent von ihnen tragen Spenderdaten noch auf Karteikarten ein - wie vor 50 Jahren. Die Agentur ist von Freya Funke, einer Pfarrerin im Ruhestand, gegründet worden.Der Untersuchung zufolge, führen nur 16 Prozent der Kirchengemeinden führen regelmäßig eine Spendendatei. "Während sich andere kleinere Organisationen inzwischen professionell am Spenden-Markt aufstellen und so zur ernsthaften Konkurrenz der großen Wohltätigkeitsorganisationen werden, scheinen die Kirchengemeinden die Entwicklung zu verschlafen", ist das Fazit der seit dem Frühjahr durchgeführten Umfrage. 55 Prozent der Gemeinden hätten nicht einmal eine Plan für die Gewinnung und Bindung von Ehrenamtlichen - eine immer wichtiger werdende Säule in der Kirche angesichts von Sparmaßnahmen.In der Studie werden aber auch positive Entwicklungen aufgeführt. Knapp ein Drittel der Gemeinden nutzt bereits einen Förderverein, um die Arbeit zu finanzieren, ein weiteres Fünftel will in nächster Zeit einen Verein gründen. Etwa die Hälfte denkt über Sponsoren nach. "Das zeigt, dass es durchaus Strategien gibt, bestimmte Projekte langfristig zu sichern", heißt es. Insgesamt waren 679 Gemeinden gebeten worden, 33 Fragen zu beantworten. Ein Fünftel von ihnen reagierte.Die evangelische Kirche steht der Studie, die ohne ihr Wissen entstanden ist, äußerst kritisch gegenüber. Sprecherin Heike Krohn hält die Ergebnisse für nicht repräsentativ. Schließlich gebe es mehr als 1 500 Gemeinden in Berlin und Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz. Und gerade der Kritik über zu wenig Marketing oder uneffizienter Wirtschaft würden positive Beispiele aus großen Einrichtungen gegenüber stehen - etwa das in Berlin-Spandau gelegene Johannisstift oder die Diakonie. Die Berliner Olympiakapelle - bis Jahresende für Hochzeiten und Taufen ausgebucht - finanziere sich ausschließlich über Spenden. Auch Kirchbauvereine seien auf dem richtigen Weg.Die Sprecherin räumte aber ein, dass es auf dem Gebiet noch viel auszubauen geben. "Es ist für die Kirche auch immer ein Spagat, sich unternehmensorientiert aufzustellen", sagte Krohn.------------------------------"Wir müssen noch viel ausbauen." Heike Krohn, ev. Kirche
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