Aktuell konzentrierten sich die verbliebenen Ost-West-Unterschiede bei der Sterblichkeit besonders auf Männer, die etwa zwischen 1950 und 1970 geboren wurden und heute im Alter zwischen 50 und 70 Jahren seien. „Bis heute sind die Sterberaten im Zusammenhang mit Todesursachen, die auf einen gesteigerten Alkoholkonsum und Rauchen zurückzuführen sind, bei den Männern dieser Generation vergleichsweise hoch“, erklärte Michael Mühlichen, Mitautor der Studie.
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Ostdeutschland: Sterberaten in den 80er-Jahren deutlich höher als im Westen
Laut BIB verzeichnete der Osten in den 80er-Jahren vor allem im höheren Alter ab 60 Jahren höhere Sterberaten als der Westen – speziell im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie etwa Herzinfarkt und Schlaganfall. Nach der Wiedervereinigung konnten ältere Personen – und Frauen generell – bei der Lebenserwartung relativ schnell zum Westen aufschließen.
Die Forscher sind skeptisch, ob die Unterschiede bald komplett der Vergangenheit angehören könnten. Die lange Phase strukturell hoher Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland werde in den nächsten Jahrzehnten zu steigenden Ost-West-Unterschieden bei der Rentenhöhe beitragen, was sich negativ auf die Entwicklung der Lebenserwartung im Vergleich zum Westen auswirken könnte. Zudem belegten Studien, dass bei den jüngeren Frauen der Anteil der Raucherinnen im Osten deutlich höher sei als im Westen. Es sei daher nicht unwahrscheinlich, dass in der Zukunft Ost-West-Unterschiede bei der Sterblichkeit wieder zunehmen könnten.
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