STRAUSBERG. Die Einwohner Strausbergs (Märkisch-Oderland) beurteilen die Bundeswehr positiver als die meisten anderen Deutschen. Während in Strausberg 41 Prozent der Bevölkerung der Armee sehr positiv gegenüberstehen, sind es deutschlandweit nur rund 31 Prozent. Das geht aus einer Analyse des Sozialwissenschaftlichen Institutes (SOWI) der Bundeswehr hervor, die jetzt veröffentlicht wurde. Grundlage dieser Studie ist eine anonyme Telefonumfrage, für die das Meinungsforschungsinstitut INRA (Mölln/Schleswig-Holstein) 500 Strausberger interviewte. Zum ersten Mal wurde damit eine Umfrage in einem Militärstandort durchgeführt, der sowohl von der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR und der Bundeswehr geprägt ist. Strausberg war bis 1990 Sitz des Verteidigungsministeriums. "In der Erinnerung der Befragten hat die NVA eine zentrale Rolle in der Stadtentwicklung gespielt", sagte SOWI-Mitarbeiter Stefan Spangenberg. Er hat die Umfrage ausgewertet.So gaben 76 Prozent an, die NVA habe auf die Kommunalpolitik einen starken Einfluss ausgeübt. Darauf sei auch der Bekanntheitsgrad (88 Prozent) der Stadt und deren wirtschaftliche Entwicklung (70 Prozent) zurückzuführen. Die Bundeswehr hat dagegen - nach Ansicht der Strausberger - weniger Einfluss auf die Stadt. Nur noch knapp die Hälfte ist der Meinung, dass das Militär die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt beeinflusst. "Fast kann man behaupten, dass die Angehörigen des Bundes sich heute allzu sehr zurücknehmen", sagte Spangenberg. Denn jeder fünfte Strausberger wünscht sich mehr Soldaten im Stadtbild und jeder ist für mehr Bundeswehrangehörige in der Kommunalpolitik.Nur 27 Prozent der Befragten sprachen sich auch gegen das erste öffentliche Gelöbnis am 29. September in Strausberg aus. Aus den Ergebnissen schlussfolgert Spangenberg: "In dieser Haltung zeigt sich klar das Bekenntnis der Strausberger zur Bundeswehr und zur Tradition als Militärstandort." Erstaunt hat die Studie den Bürgermeister der östlich von Berlin gelegenen Stadt, Jürgen Schmitz (SPD). "Die subjektive Wahrnehmung in der Stadt entspricht nicht der Analyse", sagte er. Schließlich gäbe es viele kritische Stimmen zur Rolle der Bundeswehr in der Stadt. Schmitz kann sich die positiven Aussagen aber auch erklären: Jeder zehnte Einwohner von Strausberg hat in der Familie oder im Freundeskreis einen Bundeswehrangehörigen. Deutschlandweit ist es nur jeder 200. Bürger. Das Zusammenwachsen ist nicht immer ganz einfach, sagte der 1. Beigeordnete Lothar Nicht (PDS). Unter den Soldaten seien sowohl frühere NVA-Mitglieder wie auch Bundeswehr-Angehörige, die aus Westdeutschland zugezogen seien. "Wir sind wie eine Art Brennglas der deutschen Einheit."BUNDESWEHR Größter Arbeitgeber der Region // Die Bundeswehr ist heute mit rund 3 600 Beschäftigten der größte Arbeitgeber in der Region rund um Strausberg.Mehr Zivilisten: Allerdings sind nur 40 Prozent der Beschäftigten Uniformträger und die restlichen 60 Prozent zivile Angestellte.Weitere Informationen über die Studie über das Verhältnis der Strausberger zur Bundeswehr im Internet unter www. swinstbw. de
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