Nach Holocaust-Eklat im Kanzleramt: Scholz verlangt Erklärung von Abbas
Aber bei der Pressekonferenz am Dienstag trat ein weiteres sehr ernstes Problem deutlich und erschreckend zutage: Wir haben einen kommunikativen Volltrottel als Kanzler. Olaf Scholz hält es nicht für nötig, sofort unmissverständlich zu widersprechen, wenn der Holocaust, die Ermordung von sechs Millionen Juden in deutscher Verantwortung, auf absurde Weise gegen Israel umgeleitet wird. Da guckte Scholz streng, aber keine Empörung drängte spontan aus ihm heraus, als die Kernfrage deutscher Politik derart verdreht wurde.
Auch der Sprecher hat versagt
Scholz’ Sprecher Steffen Hebestreit griff nicht ein, machte auf Routine. Auch er ließ jede Geistesgegenwart vermissen. Nachgeschobene Sätze helfen nicht mehr. Keine Frage: Israelische Gewalttaten bleiben Gewalttaten; Israels imperiale, nationalistisch verengte Politik provoziert. Das ist Gegenstand scharfer Kritik.
Aber darum geht es im Falle Scholz nicht. Er zeigt ein fatales Verhaltensmuster: Mal sagt er einfach „Nö“, wenn er keine Lust hat, Fragen zu beantworten. Mal kann er sich nicht erinnern, mal schlaumeiert er herum, er könne Fragen aufklären, aber doch nicht vor irgendeiner popligen Öffentlichkeit. Das jüngste Versagen alarmiert. Geht das so weiter, wird Scholz als Kanzler inakzeptabel.
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