ARD-Warnstreik

Stumme „Tagesschau“-Sprecher: Warnstreik legt ARD-Programm lahm

Verdi und DJV fordern sieben Prozent mehr Geld. Die Sender halten die Forderungen für nicht bezahlbar.

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Warnstreiks legen das Programm bei ARD-Sendern lahm.

Warnstreiks legen das Programm bei ARD-Sendern lahm.

© dpa

Warnstreiks haben bei mehreren öffentlich-rechtlichen Sendern zu Einschränkungen im Programm geführt. Seit Mittwoch laufen beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) und beim Südwestrundfunk (SWR) Arbeitsniederlegungen, seit Donnerstag auch beim Bayerischen Rundfunk (BR) und Norddeutschen Rundfunk (NDR). Aufgerufen zu den Aktionen hatten die Gewerkschaft Verdi sowie der Deutsche Journalistenverband (DJV).

„Die Arbeitskämpfe sind die richtige Antwort darauf, dass es die Senderleitungen offenbar vorziehen, die Leistungen ihrer Rundfunkbeschäftigten komplett zu missachten“, sagte Christoph Schmitz-Dethlefsen von Verdi. Die Gewerkschaft fordert sieben Prozent mehr Honorar und Gehalt, mindestens aber 300 Euro monatlich mehr, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

„Tagesschau“ und mehrere lokale Sendungen betroffen

Die Auswirkungen sind spürbar: Im NDR liefen am Donnerstag die Nachrichten im ARD-Morgenmagazin ohne Sprecher im Bild – vergleichbar mit einer Ausgabe der „Tagesschau in 100 Sekunden“, wie die Rundfunkanstalt auf Anfrage mitteilte. Beim WDR fielen nach Angaben einer Sprecherin mehrere Sendungen aus, darunter die Hörfunkausgaben von „Quarks“ und der „Lokalzeit“ sowie im Fernsehen mehrere lokale Nachrichten- und Servicemagazine.

Im BR sendeten nach eigenen Angaben fast alle Hörfunkwellen am Morgen zwar ein eigenes Programm, teils aber ohne Moderation. Im SWR wurden bereits am Mittwoch unter anderem die TV-Sendung „Landesschau Rheinland-Pfalz“ sowie zwei Fernseh-Nachrichtensendungen am Nachmittag gestrichen.

NDR: „Nicht finanzierbar und umsetzbar“

Die Angebote der Rundfunkanstalten fallen unterschiedlich aus: SWR und NDR boten jeweils zwei Prozent pro Jahr höhere Tarife und Honorare bei einer längeren Vertragslaufzeit an, der BR eine gestaffelte Erhöhung um 4,23 Prozent bis Dezember 2028. WDR-Verwaltungsdirektorin Stefanie Drinhausen sagte, trotz einer „angespannten finanziellen Lage“ habe man „ein faires und tragfähiges Angebot für alle unsere Mitarbeitenden gemacht“. Für den NDR seien die Forderungen der Gewerkschaften „nicht finanzierbar und umsetzbar“, sagte Verwaltungsdirektorin Ulrike Deike. (mit dpa)

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