Die Feuerwehr ist in der Nacht zu Freitag wegen Sturmtief „Zoltan“ zu Dutzenden Einsätzen in Berlin und vor allem in Brandenburg ausgerückt. In Berlin sei die Feuerwehr wegen kleinerer Dinge 29 Mal seit Donnerstagnachmittag ausgerückt, sagte ein Sprecher. Allein in der Lausitz war die Feuerwehr seit Sturmbeginn insgesamt 150 Mal im Einsatz, wie ein Sprecher am Freitagmorgen mitteilte. Zehn Einsätze liefen demnach noch.
In den Landkreisen Havelland, Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und in Potsdam wurden seit Donnerstag 74 Einsätze verzeichnet. Primär ging es dabei um heruntergefallene Äste oder umgestürzte Bäume. Es sei niemand verletzt worden. Die Lage war laut Angaben der Sprecher nicht dramatisch.
Zwei Tage vor Weihnachten treffen die Auswirkungen von „Zoltan“ am Freitag die Pläne von Reisenden aus Berlin und Brandenburg. Die Strecke der ICE-Züge von Berlin, Leipzig und Erfurt in Richtung Frankfurt sei etwa beeinträchtigt, wie die Deutsche Bahn (DB) am Freitagmorgen auf ihrer Internetseite mitteilte. Die Züge müssten zwischen Erfurt und Frankfurt umgeleitet werden und verspäteten sich um etwa eine Stunde. Vereinzelt komme es zu Ausfällen.
Sturm „Zoltan“: Zugausfälle am Freitag in Berlin liegen nicht an Schäden in der Hauptstadt
Amtliche Warnung: Stürmisches Wetter in Berlin auch am Freitag
Sturmtief „Zoltan“: Vollsperrung auf der A111 wegen umgestürzten Baum
Am Donnerstagabend musste die Feuerwehr vor allem in Südbrandenburg zu vielen Einsätzen ausrücken. Das Landesumweltamt Brandenburg hatte eine Hochwasserwarnung am Pegel Prierow 2 in Golßen (Landkreis Dahme-Spreewald) veröffentlicht. „Infolge der heutigen Niederschläge ist mit einem deutlichen Ansteigen der Wasserstände am Pegel Prierow 2 im Flussgebiet Dahme, Golßen bis Märk. Buchholz zu rechnen“, hieß es.
Wegen eines umgestürzten Baums wurde die Autobahn 111 in der Nacht zu Freitag an der Landesgrenze von Berlin und Brandenburg zeitweise voll gesperrt. Gegen Mitternacht sei der Baum auf die Fahrbahn gekippt, sagte ein Polizeisprecher. Die Feuerwehr musste ausrücken, um den Baum zu entfernen. Da der Baum quer über die Autobahn lag, war die Straße in beide Richtungen gesperrt.
Laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) müssen sich Menschen in Berlin und Brandenburg am Freitag weiter auf starken Wind und teils Sturmböen einstellen. Zum Tagesstart gebe es verbreitet Sturmböen mit 70 bis 85 Stundenkilometern, lokal seien schwere Sturmböen mit 95 Kilometern pro Stunde zu erwarten.
Sturmflutgefahr in Norddeutschland wegen Sturmtief „Zoltan“
Vor allem in Norddeutschland, aber auch in Teilen Hessens, beschädigten umgestürzte Bäume Oberleitungen oder blockierten Strecken. Eine S-Bahn fuhr in Hamburg kurz vor Mitternacht über einen umgestürzten Baum. Der Zug sei mit etwa 40 Stundenkilometern unterwegs gewesen und der Triebfahrzeugführer habe eine Schnellbremsung einleiten müssen, teilte die Bundespolizei mit. Dabei sei keiner der 26 Fahrgäste verletzt worden.
Das Wasser der Elbe drückte die schwere Sturmflut an Land und überspülte dabei den Hamburger Fischmarkt und die umliegenden Straßen komplett. Das Wasser stand teils hüfthoch. Da nicht alle Autos rechtzeitig weggefahren wurden, wurden auch sie überspült. In der Nacht waren die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei in der Region unterwegs, um in den noch abgestellten Fahrzeugen im Überschwemmungsgebiet nach Menschen zu suchen.
„Zoltan“ beeinträchtigte auch den Betrieb auf dem Frankfurter Flughafen, am Freitag hatte sich nach Angaben des Flughafenbetreibers Fraport die Lage aber wieder normalisiert. Flugausfälle wegen des Sturms habe es aber nicht gegeben, sagte der Sprecher weiter.
Viele Verkehrsunfälle in Deutschland wegen Sturmtief „Zoltan“
Vielerorts sorgte „Zoltan“ zudem für Verkehrsunfälle, so in Schleswig-Holstein: Drei Menschen wurden dabei verletzt, wie die Polizei mitteilte. Die Lagedienste in Schleswig-Holstein meldeten insgesamt 364 Einsätze.
Im Kreis Schleswig-Flensburg prallte in Fahrdorf ein Mensch mit seinem Auto gegen einen auf der Fahrbahn liegenden Baum und wurde schwer verletzt. Auf der B200 in Janneby kippte ein Lkw auf die Seite und schleuderte in einen Graben. Der Fahrer wurde bei dem Unfall am Donnerstagabend leicht verletzt. Durch den starken Wind konnte das Fahrzeug am Abend zunächst nicht geborgen werden.
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