Willy Brandt hatte immer von der "Mehrheit diesseits der Union" geträumt. Seine Enkel wollen sich jetzt daranmachen, via Rot/Grün diesen Traum ein Stück zu realisieren.Das hat Christdemokraten und Christsoziale in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Die am Boden liegende FDP wird, wenn sich die Stimmung im Land nicht einschneidend verändert, 1998 als entscheidende Stütze für die Machtsicherung des heutigen Regierungslagers nicht mehr da sein. CDU und CSU suchen nach Ausweichmöglichkeiten - und entfachen prompt einen internen Richtungskampf über schwarz-grüne Flirts.Er ist überflüssig. Punktuell, also auch auf Länderebene, kann eine Zusammenarbeit der Union mit den Grünen sinnvoll und auch machbar sein. Die große Liebe der Ökos wird aber auf Jahre hinaus den Sozialdemokraten gelten, deren Absplitterung sie letztendlich waren.Erleidet die FDP tatsächlich Totalschaden, bleibt der Union also nichts anderes übrig, als auf eine eigene absolute Mehrheit zu bauen - die Figur Kohl als Lokomotive zunächst vorgespannt.Blühende Phantasie? Rot-Grün hat heute sicher bessere Chancen als in der Vergangenheit. Aber das Urteil darüber, wo sich zwischen 35 und 40 Prozent Nichtwähler schließlich hingezogen fühlen, wird erst noch gesprochen. +++
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