Der High Court in Pretoria, das obere Gericht der südafrikanischen Provinz Gauteng, verhandelt seit Dienstag über einen Antrag, drei Elefanten aus dem Johannesburger Zoo in eine Wildtierstation zu verlegen. Das berichtet die südafrikanische Zeitung The Citizen.
Geklagt haben demnach die Tierschutzorganisationen Animal Law Reform South Africa und EMS Foundation sowie Stephen Fritz, ein ranghoher Vertreter der indigenen Khoi auf der südlichen Kap-Halbinsel. Sie verlangen, die Haltung der Elefanten Lammie, Mopane und Ramadiba für unzulässig und verfassungswidrig zu erklären und die Tiere in eine Auswilderungsstation zu bringen.
Klage gegen Stadt und Ministerium
Beklagt sind die Betreibergesellschaft Johannesburg City Parks and Zoo, die Stadt Johannesburg, die Umweltbehörde der Provinz Gauteng sowie das südafrikanische Ministerium für Forstwirtschaft, Fischerei und Umwelt.
Das Verfahren stützt sich nach Angaben der Anwältin Sarah Kvalsvig in The Citizen auf Paragraf 24 der südafrikanischen Verfassung, der Umweltrechte schützt. Daraus leiten die Kläger eine Pflicht des Staates ab, auch das Wohl gehaltener Tiere zu sichern. Lesai Seema von der auf Umweltrecht spezialisierten Kanzlei Cullinan & Associates sagte The Citizen, Elefanten seien empfindungsfähige und sozial komplexe Tiere, die nicht aus ihrem natürlichen Lebensraum herausgelöst werden dürften.
Gehege so groß wie ein Fußballfeld
David Bilchitz, Vorstandsmitglied von Animal Law Reform South Africa, sagte der Nachrichtenagentur AP, Sachverständige würden vor Gericht darlegen, dass die Tiere unter ihrer Haltung leiden. In freier Wildbahn leben Elefanten in Herden von 20 bis 50 Tieren und legen weite Strecken zurück. Die drei Elefanten in Johannesburg leben dagegen in einem Gehege, das kaum größer sei als ein Fußballfeld, ohne Bäume und ohne Schlammkuhlen zum Baden. Sie zeigen Anzeichen psychischer Belastung und schaukelten etwa stereotyp hin und her.
Der Johannesburger Zoo erklärte laut AP, die Tiere seien gesund und würden gut versorgt. Eine Umsiedlung aus Zoos in halbwilde Reservate gelinge nicht in jedem Fall. AP verweist auf den Elefantenbullen Charley, der 2024 aus einem anderen südafrikanischen Zoo in ein Wildreservat gebracht wurde. Charley hatte zuvor jahrzehntelang in Gefangenschaft gelebt, davon rund 16 Jahre in einem Zirkus.
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