Südkoreas Präsident Lee Jae-myung und der polnische Ministerpräsident Donald Tusk haben vereinbart, die Beziehung zwischen ihren beiden Ländern zu einer „umfassenden strategischen Partnerschaft“ auszubauen. Diese soll vor allem eine engere Kooperation in den Bereichen Verteidigung und Energieversorgung umfassen, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap.
Polen zählt laut Yonhap zu einem der größten Rüstungskunden Südkoreas. Die Zusammenarbeit im Bereich Verteidigung habe sich besonders seit Beginn des Ukraine-Kriegs intensiviert. Im Jahr 2022 unterzeichnete Polen demnach ein Rahmenabkommen im Wert von 44,2 Milliarden US-Dollar zum Kauf von Panzern, Flugzeugen und Mehrfachraketenwerfern.
„K2-Panzer, K9-Panzerhaubitzen, FA-50-Leichtkampfflugzeuge und Chunmoo-Mehrfachraketenwerfer – ausgestattet mit südkoreanischer Technologie und Stolz – schützen nun Polens Territorium und seine Bevölkerung über das ganze Land hinweg“, sagte Lee laut Reuters.
Tusk: Südkorea ist wichtiger Verbündeter
Seitdem haben Rüstungsunternehmen wie Hanwha Aerospace und Hyundai Rotem Reuters zufolge weitere Verträge in Milliardenhöhe unterzeichnet, die ebenfalls die Lieferung von Panzern und Raketenwerfern vorsehen. Tusk nannte Südkorea dem Bericht zufolge Polens „wichtigsten Verbündeten nach den Vereinigten Staaten, insbesondere in der Verteidigungsindustrie“ und erklärte, er wolle die erweiterte Verteidigungszusammenarbeit zwischen den beiden Ländern persönlich überwachen.
Die wachsende Rüstungskooperation zwischen Seoul und europäischen Nato-Ländern wird in Moskau kritisch beobachtet. Russland berücksichtige bei den Beziehungen zu Südkorea „dessen zunehmende Hinwendung zur Nato im militärischen Bereich“, erklärte Vize-Außenminister Andrej Rudenko Ende März der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass. Dies beinhalte auch die Unterstützung der „Wiederbewaffnung einer Reihe von Bündnispartnerländern, die der Ukraine militärische Hilfe leisten“.
Lee: Mehr Zusammenarbeit bei Energieversorgungsketten
Tusks Besuch in Seoul dauerte laut Yonhap zwei Tage und war der erste bilaterale Besuch eines polnischen Ministerpräsidenten in Südkorea seit 27 Jahren. Lee erklärte, er habe mit Tusk vereinbart, den „Umfang unserer bilateralen Zusammenarbeit weiter auszudehnen“, etwa in Bezug auf „Energieversorgungsketten, Infrastruktur sowie Wissenschaft und Technologie“.
Beide Seiten stimmten laut Yonhap darin überein, dass die Sicherheit auf der koreanischen Halbinsel und in Europa eng miteinander verknüpft sei. Vor dem Hintergrund wachsender globaler Unsicherheiten – darunter die Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten – bekräftigten Lee und Tusk die Notwendigkeit, globale Lieferketten zu stabilisieren und gemeinsam für Frieden einzutreten.
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