Interview

Sznaider: „Kausalitäten zwischen Kolonialismus und Holocaust sind unbewiesen“

In seinem jüngsten Buch widmet sich Natan Sznaider dem schwierigen Verhältnis von Holocaust und Kolonialismus. Ein Gespräch über die Grenzen des Erinnerns.

Alexandra Senfft
10 Min
Natan Sznaider

Natan Sznaider

© Peter-Andreas Hassiepen

Der amerikanische Literaturwissenschaftler Michael Rothberg plädierte mit seinem Buch „Multidirektionale Erinnerung“ für eine neue Gedenkkultur, die auch die Verbrechen der Kolonialzeit miteinbezieht. Essays des Genozidforschers Dirk Moses, die letztes veröffentlicht wurden, entfachten daraufhin eine laufende Diskussion über das Verhältnis des Holocaust-Gedenkens zur vergleichsweise zaghaften Erinnerungskultur gegenüber den deutschen Kolonialverbrechen – sowie über die Frage der historischen Singularität des Holocaust und der Grenzen der Meinungsfreiheit im deutschen Diskurs. Die Berliner Zeitung am Wochenende und die Berliner Zeitung begleiteten diese Debatte intensiv und ließen dabei verschiedene Positionen zu Wort kommen. Anlässlich der jüngsten Veröffentlichung des israelischen Soziologen Natan Sznaider „Fluchtpunkte der Erinnerung“, die sich in erster Linie mit dem Verhältnis des Holocaust zu Kolonialverbrechen beschäftigt, haben wir uns erneut mit diesen Fragen auseinandergesetzt. Wir sprachen mit Natan Sznaider via Sykpe.

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