Für die Verabredung mit Ta-Som Helena Yun hätte es mehrere Möglichkeiten gegeben. Da wäre der imposante Bau des Amtsgerichts Mitte, wo sie als Richterin arbeitet. Oder das Literarische Colloquium Berlin, wo sie 2022/23 an der Prosa-Werkstatt teilgenommen hat und vor ein paar Wochen ihr erstes Buch vorstellte. Auf den Vorschlag, sich am „Trostfrauen“-Denkmal in Moabit zu treffen, reagiert sie verhalten. Ob nicht eine Turnhalle besser wäre? Die Erzählerin in ihrem Roman „Oh Sunny“, Mitte 20, flieht vor der Strenge der Eltern in Bremen zu einer älteren Freundin nach Berlin. Diese ist Geschäftsführerin eines koreanischen Kulturvereins, der in den Büros eines Sportzentrums sitzt. Dort kommt Sunny unter – und kümmert sich um die Statue eines sitzenden jungen Mädchens in koreanischer Tracht.
Porträt
Ta-Som Helena Yun:„Es gibt ja diese Vorstellung von der asiatischen Frau als unterwürfig und ergeben“
Das umstrittene Berliner „Trostfrauen“-Denkmal ist ein Angelpunkt im Roman „Oh Sunny“ der Richterin Ta-Som Yun. Der andere: eine Turnhalle. Eine Begegnung in Moabit.
10 Min
Link kopiert
Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert.
Ta-Som Helena Yun auf einem Sportplatz in der Birkenstraße
© Thomas Meyer/Ostkreuz
Werden Sie Teil des Ostablishments.
Sie haben bereits ein O+ Abo?
*