BERLIN. Mehr als 17 Jahre nach der Auflösung des DDR-Staatssicherheitsdienstes wollen sich hochrangige Ex-Geheimdienstler erstmals in einer öffentlichen Tagung den kritischen Fragen von Wissenschaftlern stellen. Veranstalter der für den 16. und 17. Juni im Berliner Harnack-Haus der Max-Planck-Gesellschaft geplanten Tagung ist das an der Süddänischen Universität in Odense ansässige "Zentrum für das Studium des kalten Krieges".Die Tagung, an der renommierte Historiker und Militärforscher aus Berlin, Moskau und Brüssel teilnehmen werden, wird sich mit der Tätigkeit der Stasi-Auslandsspionageeinheit Hauptverwaltung A (HVA) beschäftigen. Auch die für die Verwaltung und Auswertung der MfS-Unterlagen zuständige Birthler-Behörde ist prominent vertreten: Sie entsendet ihren für die Erforschung der Stasi-Westspionage zuständigen Mitarbeiter Helmut Müller-Enbergs, der in der Behörde die Analyse der HVA-Datenbanken "Rosenholz" und Sira leitet.Gesprächspartner der Wissenschaftler werden nach Informationen der Berliner Zeitung neben ehemaligen Stasi-Agenten auch Angehörige der einstigen HVA-Führungsebene sein. Darunter befinden sich neben dem letzten HVA-Chef Werner Großmann und seinem Stellvertreter, dem für die Wirtschafts- und Technikspionage der Stasi verantwortlichen MfS-General Horst Vogel, auch HVA-Vize Ralf-Peter Devaux und Stasi-Oberst Kurt Gailat. Devaux und Gailat leiteten innerhalb der HVA die Spionage gegen die Bundesrepublik und die westdeutschen Parteien und waren bislang noch nie in der Öffentlichkeit aufgetreten.
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