Sturmwarnung

Taifun „Bavi“ stört Luftverkehr in Ostasien: Zehntausende Reisende von Ausfällen betroffen

Japanische Airlines streichen mehr als 260 Verbindungen, auch in Taiwan und Hongkong fallen Flüge aus. Für Ostchina wird das Eintreffen des Wirbelsturms am Wochenende erwartet.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
4 Min
Hohe Wellen treffen die Küste von Hualien in Taiwan, während sich Taifun „Bavi“ der Region nähert.

Hohe Wellen treffen die Küste von Hualien in Taiwan, während sich Taifun „Bavi“ der Region nähert.

© Daniel Ceng/imago

Aufgrund des heranziehenden Taifuns „Bavi“ haben Fluggesellschaften in Ostasien mehrere hundert Flüge gestrichen. Japan Airlines sagte für Freitag und Samstag mehr als 100 Verbindungen ab. Davon sind knapp 20.000 Reisende betroffen. All Nippon Airways (ANA), eine weitere japanische Fluggesellschaft, strich laut der Nachrichtenagentur Reuters bis Sonntag mehr als 160 Flüge. Dadurch können weitere rund 20.000 Passagiere nicht wie geplant reisen.

Nach Mitteilung von Japan Airlines sind besonders die Flughäfen der Sakishima-Inseln in der Präfektur Okinawa betroffen. Die Airports Miyako, Tarama, Ishigaki und Yonaguni blieben am Freitag und Samstag ganztägig geschlossen. Die JAL-Inlandsschalter am Flughafen Naha blieben am Freitag ganztägig geschlossen und sollten am Samstagmorgen wieder öffnen.

Bereits vor dem erwarteten Durchziehen des Sturms in der Nacht zum Samstag waren in der Präfektur Okinawa laut Reuters am Freitagvormittag (Ortszeit) knapp 900 Gebäude ohne Strom. Erste Ausläufer hatten die Inselregion zu diesem Zeitpunkt schon erreicht.

Taiwans Börse geschlossen, Airlines streichen Flüge

In Taiwan blieben aufgrund des Sturms zudem die Finanzmärkte am Freitag geschlossen, in weiten Teilen des Nordens und Ostens fiel die Arbeit aus. Der Chiphersteller TSMC verschob die Veröffentlichung seiner Umsatzzahlen für Juni vom Freitag auf Montag.

Die taiwanischen Fluggesellschaften strichen laut der Nachrichtenagentur CNA sämtliche Abflüge vom internationalen Flughafen Taoyuan bei Taipeh für Samstag. Auch der Inlandsflugverkehr wird ausgesetzt. EVA Air kündigte an, den Betrieb in Taoyuan und am Stadtflughafen Songshan von Freitagabend bis Samstagabend weitgehend einzustellen: Nur vier Langstreckenflüge nach New York, Toronto, Washington und Dallas sollen wie geplant starten.

Die Hongkonger Fluggesellschaft Cathay Pacific strich nach Angaben von CNA mehrere Verbindungen zwischen Hongkong und Taiwan sowie einzelne Flüge in die ostchinesischen Küstenstädte Hangzhou, Ningbo und Fuzhou. Tigerair Taiwan meldete Ausfälle auf Strecken nach Japan, Südkorea und Vietnam. Singapore Airlines strich zwei Flüge zwischen Taipeh und Singapur.

China erlebt heftige Taifunsaison

Nach Angaben der taiwanischen Wetterbehörde befand sich „Bavi“ am Donnerstagnachmittag rund 870 Kilometer ostsüdöstlich der Südspitze Taiwans. Reuters berichtet unter Berufung auf die Meteorologen, der Sturm werde in der Nacht zum Samstag sehr nahe an den Sakishima-Inseln vorbeiziehen. „Bavi“ erreichte demnach Windgeschwindigkeiten von bis zu 162 Kilometern pro Stunde. In Taiwan wurden nach Regierungsangaben mehr als 2.000 Menschen vorsorglich in Sicherheit gebracht, knapp 29.000 Soldaten stehen für Hilfseinsätze bereit.

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„Bavi“ hat nach Reuters-Angaben einen Durchmesser von mehr als 1000 Kilometern. Für China ist es binnen weniger Tage der zweite tropische Wirbelsturm: Zuvor hatte Taifun „Maysak“ in der Provinz Guangxi schwere Überschwemmungen ausgelöst und mehrere Menschenleben gefordert. Nach einem Dammbruch überfluteten Wassermassen und Schlamm Felder und Dörfer, wie der Staatssender CCTV berichtete.

„Bavi“ soll nach den Vorhersagen am späten Samstag oder frühen Sonntag bei der ostchinesischen Stadt Wenzhou mit rund zehn Millionen Einwohnern auf Land treffen.

Chinas Nationales Klimazentrum rechnet nach Reuters-Angaben damit, dass sich im Juli bis zu sechs Taifune im nordwestlichen Pazifik und im Südchinesischen Meer bilden könnten, gegenüber einem langjährigen Mittelwert von 3,8. Bis zu drei Stürme könnten auf Land treffen, im Durchschnitt sind es 1,8. Als Risikofaktoren nennen Wissenschaftler den Klimawandel und das Wetterphänomen „El Niño“, eine periodische Erwärmung des Pazifiks.

Nach Angaben der taiwanischen Wetterbehörde befand sich Bavis Zentrum am Freitagnachmittag (Ortszeit) rund 630 Kilometer östlich der Südspitze Taiwans.

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