Taiwans Präsident Lai Ching-te hat seine für diese Woche geplante Reise in das afrikanische Köngreich Eswatini abgesagt. Hintergrund seien kurzfristig widerrufene Überfluggenehmigungen mehrerer afrikanischer Länder, wie Lai am Dienstag auf Facebook mitteilte. Er führte dies auf den „Druck Chinas“ zurück.
Eswatini ist laut Reuters eines von nur zwölf Ländern, die formelle Beziehungen zu Taiwan unterhalten. Lai hatte dem Bericht zufolge geplant, am Mittwoch zum 40. Jahrestag der Thronbesteigung von König Mswati III. abzureisen. Er werde stattdessen einen Sonderbeauftragen schicken, erklärte er in seinem Facebook-Beitrag.
Drei Länder nahmen Fluggenehmigung zurück
Der Generalsekretär des Präsidialamtes, Pan Meng-an, nannte laut Reuters die Seychellen, Mauritius und Madagaskar als die Länder, die ohne vorherige Warnung die Fluggenehmigung für das Präsidentenflugzeug widerrufen hätten. „Der eigentliche Grund war der immense Druck seitens der chinesischen Behörden, einschließlich wirtschaftlicher Nötigung“, sagte er während einer Pressekonferenz.
Das Außenministerium der Seychellen bestätigte laut Reuters die Verweigerung der Genehmigung. Auch ein Vertreter des Außenministeriums Madagaskars bestätigte die Ablehnung: „Die madagassische Diplomatie erkennt nur ein China an.“ Mauritius äußerte sich zunächst nicht. Das chinesische Außenministerium reagierte laut Reuters nicht auf eine Anfrage.
Normalerweise keine Probleme für taiwanesische Präsidenten bei Flugreisen
China erhebt Ansprüche auf Taiwan, die der Inselstaat zurückweist, und lehnt offizielle Kontakte anderer Staaten zur Regierung in Taipeh ab. In den letzten Jahren hat Peking seine Bemühungen verstärkt, Taiwans diplomatische Verbündete abzuwerben, wie AP berichtet. Zuletzt habe der pazifische Inselstaat Nauru im Januar 2024 diplomatische Beziehungen zu Taiwan abgebrochen.
Laut Reuters wäre dies dennoch das erste Mal, dass ein taiwanesischer Präsident eine Auslandsreise aufgrund chinesischen Drucks verschieben müsste. Normalerweise gebe es keine Probleme, Länder zu überfliegen, mit denen Taiwan keine formellen Beziehungen unterhält. Allerdings hege China eine Abneigung gegen Lai Ching-te, den es als „Separatisten“ bezeichne.
Lai erklärte auf Facebook, Taiwan sei ein „souveräner, unabhängiger Staat“. Sein Volk habe das Recht, „sich der Welt zu öffnen und die Zusammenarbeit mit gleichgesinnten Partnern zu vertiefen“. Zum letzten Mal hatte ein taiwanesischer Präsident laut Reuters im Jahr 2023 Eswatini besucht, das früher als Swasiland bekannt war.
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