Ab Donnerstag soll Tanken in Deutschland günstiger werden: Bereits um Mitternacht sinkt die Energiesteuer auf Benzin und Diesel bis zum Jahresende um 14 Cent je Liter.
Einschließlich Mehrwertsteuer ergibt sich daraus eine Entlastung von knapp 17 Cent. Wer deshalb gleich am frühen Morgen zur Tankstelle fährt, zahlt aber möglicherweise trotzdem mehr als nötig.
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Tankrabatt: Kurz vor 12 Uhr ist Sprit derzeit am günstigsten
Eine Auswertung des ADAC von mehr als 14.000 Tankstellen zeigt: Kurz vor 12 Uhr ist Tanken derzeit im Durchschnitt am günstigsten. Super E10 lag in der Untersuchung rund 3,7 Cent, Diesel rund 4,3 Cent unter dem jeweiligen Tagesdurchschnitt. Danach folgt der Preissprung: Um 12 Uhr verteuerte sich Super E10 im Schnitt um 14,6 Cent je Liter, Diesel sogar um 18,4 Cent.
Der Grund: Seit April entscheidet zusätzlich die sogenannte 12-Uhr-Regel über den Tagesverlauf der Spritpreise. Tankstellen dürfen ihre Preise nur einmal täglich erhöhen – um 12 Uhr mittags. Senkungen sind dagegen jederzeit möglich.
Die Regel sollte die vielen schwer vorhersehbaren Preisänderungen eindämmen. Seitdem dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal am Tag erhöhen. Der größte Preissprung konzentriert sich damit auf 12 Uhr.
Vor der 12-Uhr-Regel war Tanken abends am günstigsten
Eigentlich sollte die Regel die vielen Preissprünge an deutschen Tankstellen eindämmen und für mehr Transparenz sorgen. Für Autofahrer hat sie den günstigsten Zeitpunkt zum Tanken jedoch deutlich verschoben.
Vor Einführung der 12-Uhr-Regel lagen die günstigsten Preise laut ADAC meist am frühen Abend. Seit April hat sich dieses Muster deutlich verschoben. Statt am Abend liegt das Tagestief nun kurz vor Mittag.
Nach Angaben des ADAC werden Benzin und Diesel ab etwa 5 Uhr schrittweise günstiger und erreichen kurz vor 12 Uhr im Durchschnitt ihr Tagestief. Wer also sehr früh tankt, zahlt häufig noch mehr als einige Stunden später.
Bei einer Tankfüllung von 50 Litern entspricht allein der Unterschied zwischen Tagesdurchschnitt und günstigstem Zeitpunkt rechnerisch rund 1,85 Euro bei Super E10 und 2,15 Euro bei Diesel. Das klingt zunächst überschaubar, zeigt aber: Neben dem Tankrabatt entscheidet weiterhin auch der Zeitpunkt darüber, wie hoch die Rechnung an der Kasse tatsächlich ausfällt. Das heißt allerdings nicht, dass der Tankrabatt morgens geringer ausfällt. Die Steuersenkung gilt unabhängig von der Uhrzeit.
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ADAC fordert Abschaffung der 12-Uhr-Regel
Der ADAC sieht die Entwicklung inzwischen kritisch. Zwar habe die 12-Uhr-Regel die Zahl der täglichen Preisänderungen deutlich reduziert und den Zeitpunkt der Erhöhung vorhersehbarer gemacht. Die Unterschiede innerhalb eines Tages seien aber größer geworden. Der Automobilclub fordert deshalb inzwischen, die Regel wieder abzuschaffen.
Insgesamt rechnen Bund und Länder mit Kosten für den neuen Tankrabatt von etwa 2,5 Milliarden Euro. Direkt profitieren von der Steuersenkung sollen vor allem Autofahrer und Unternehmen mit Kraftstoffverbrauch. Eine vergleichbare neue Entlastung für Menschen ohne Auto ist mit dem Tankrabatt nicht verbunden.
Tankrabatt: Autofahrer sparen, doch die Länder zahlen Milliarden
Ob die Entlastung allerdings vollständig bei den Kunden ankommt, ist allerdings nicht garantiert. Beim ersten Tankrabatt im Mai und Juni wurde der Steuervorteil nach Berechnungen des ifo Instituts größtenteils, aber nicht vollständig weitergegeben. Besonders beim Diesel blieb ein Teil der Entlastung aus. Eine gesetzliche Pflicht für Tankstellen, den Steuervorteil komplett an die Kunden weiterzugeben, gibt es auch diesmal nicht.
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