Experten des Munitionsbergungsdienstes haben gestern den bisher größten Bombenblindgänger seit der Wende in Oranienburg entschärft. 8 000 Menschen mußten zuvor für rund sechs Stunden aus der Innenstadt evakuiert werden.Der Blindgänger war durch Auswertungen von Luftbildaufnahmen entdeckt worden. Er lag inmitten des Neubaugebietes an der Walther-Bothe-Straße. "Seit dem 11. November wurde nach dem Sprengkörper gesucht", sagte gestern die Leiterin des Ordnungsamtes in Oranienburg, Sylvia Strunk. Am vergangenen Montag sei die Bombe freigelegt worden. Sie steckte senkrecht in siebeneinhalb Meter Tiefe im Boden nahe der Havel. Der chemische Langzeitzünder zeigte nach unten.Bei dem Blindgänger handelte es sich um eine 500-Kilogramm-Bombe amerikanischen Ursprungs. Seit der Wende war in der Kreisstadt kein derart großer Sprengkörper so tief im Boden gefunden worden. Es mußte ein neun Meter tiefer Graben ausgehoben und das Grundwasser aus der Grube gepumpt werden. Spundwände sollten die Nässe von der Bombe fernhalten. Aufgrund des Fundes waren bereits seit Dienstag zwei Schulen gesperrt werden. Für etwa 1 200 Schüler bedeutete das Kurzurlaub bis zum Freitag. "Nur die Klassen 11, 12 und 13 der Torhorstschule mußten ihre geplanten Klausuren in einem anderen Gebäude schreiben", sagte Ordnungsamtsleiterin Strunk.Gestern früh um acht Uhr wurde das Gebiet um den Fundort der Zehn-Zentner-Bombe in einem Radius von 250 Metern evakuiert. Rund 8 000 Oranienburger mußten ihre Wohnungen verlassen. Sprengmeister Horst Reinhardt begann um 11 Uhr mit dem Entschärfen. Der Verkehr auf der Havel wurde vorübergehend eingestellt. Gegen 13.45 Uhr hatte Reinhardt den verrosteten Langzeitzünder herausgedreht. Für Oranienburg konnte Entwarnung gegeben werden. Für wie lange, ist unklar. Denn noch immer lagern rund 200 Sprengsätze in der Oranienburger Erde. +++
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