Lebensmittelhandel

Tegut-Aus in Thüringen: Diese Filialen werden zu Tante-Enso-Märkten

Betroffen sind vor allem Standorte im ländlichen Süden des Freistaats. Die Beschäftigten sollen alle übernommen werden.

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Tante Enso erhält die Freigabe für den Kauf von 36 Tegut-Märkten.

Tante Enso erhält die Freigabe für den Kauf von 36 Tegut-Märkten.

© Malin Wunderlich/dpa

Die Smart-Store-Kette Tante Enso hat grünes Licht für die Übernahme von 36 Tegut-Supermärkten der Genossenschaft Migros Zürich erhalten. Das Bundeskartellamt hat den Erwerb freigegeben. Die betroffenen Standorte befinden sich überwiegend in ländlichen Regionen in Hessen, Thüringen und Nordbayern. Der bisherige Tegut-Eigentümer hatte im März angekündigt, sich aus Deutschland zurückzuziehen und die Kette verkaufen zu wollen.

Neun Standorte in Thüringen

In Thüringen wird Tante Enso laut MDR neun Tegut-Filialen übernehmen. Fünf davon liegen in Südthüringen: in Mengersgereuth-Hämmern und Neuhaus-Schierschnitz (Landkreis Sonneberg), in Schönbrunn (Landkreis Hildburghausen), in Viernau (Landkreis Schmalkalden-Meiningen) sowie in Unterbreizbach (Wartburgkreis). Hinzu kommen Märkte in Ichtershausen (Ilm-Kreis), Wipperdorf (Nordhausen), Sondershausen (Kyffhäuserkreis) und Dachwig (Landkreis Gotha). Insgesamt betreibt Tegut in Thüringen bislang rund 30 Filialen, wie der Sender berichtet.

Tante Enso veröffentlichte eine Liste der 36 Standorte – darunter auch Märkte in Marburg, Eschwege (beide in Hessen), Schweinfurt und Gerolzhofen (Bayern). Mit 16 entfällt der größte Teil auf Hessen. Alle neuen Filialen sollen schrittweise ins Konzept von Tante Enso überführt werden, teilte das Unternehmen mit Sitz in Bremen mit. „Die Mitarbeiter:innen der Tegut-Filialen werden alle übernommen.“

Genossenschaftsanteile vor Ort nötig

Kartellamtspräsident Andreas Mundt begründete die Entscheidung so: „Tante Enso verfügt bislang über eine vergleichsweise geringe Marktstellung im Lebensmitteleinzelhandel und ist vor allem in ländlichen Regionen tätig.“ Die Übernahme stärke einen kleineren Wettbewerber in einem Markt, der von den „großen Vier“ – Edeka, Rewe, Aldi und der Schwarz-Gruppe um Lidl – geprägt werde. Zugleich könne sie die Nahversorgung in den betroffenen Regionen sichern.

Für die Umsetzung des Konzepts müssen laut MDR zunächst mehrere hundert Einwohner vor Ort Genossenschaftsanteile an dem neuen Laden erwerben. Nach Angaben des Betreibers stellt diese Beteiligung den jeweiligen Standort langfristig sicher. Tante Enso betreibt deutschlandweit bislang knapp 90 halbautomatisierte Mini-Supermärkte, die rund um die Uhr geöffnet sind. Personal ist nur zu bestimmten Zeiten vor Ort, Kunden bekommen über eine Kundenkarte Zugang und bezahlen an Selbstbedienungskassen. 2025 setzte Tante Enso laut Kartellamt rund 40 Millionen Euro um.

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Marke Tegut verschwindet

Die Marke Tegut soll aufgegeben werden. Unklar ist, wie viele Standorte bestehen bleiben. Rund 200 Tegut-Supermärkte will Edeka übernehmen, die Rewe-Gruppe bis zu 40 Filialen. Die Transaktionen bedürfen ebenfalls der Zustimmung der Wettbewerbshüter. Bei Edeka läuft die Frist für das Hauptprüfverfahren noch bis Ende August, bei Rewe bis Ende September.

Tegut wurde 1947 in Fulda gegründet. Anfang 2013 übernahm Migros die Kette, die in sechs Bundesländern vertreten ist. Laut Migros gibt es etwa 340 Tegut-Filialen, inklusive der 40 „Teo“-Minimärkte. Knapp 7500 Menschen sind bei Tegut beschäftigt. (mit dpa)

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