In Tempelhof-Schöneberg gibt es erheblichen Nachholbedarf bei der Installation von Solaranlagen auf Schuldächern. „Ich bin entsetzt über die Ergebnisse einer Schriftlichen Anfrage im Abgeordnetenhaus zu Solaranlagen auf Schuldächern“, sagte Martina Zander-Rade, baupolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion. „Danach liegt Tempelhof-Schöneberg im Vergleich der Bezirke auf dem letzten Platz.“ Die Fraktion will nach eigenen Angaben eine Große Anfrage in der kommenden Bezirksverordnetenversammlung (BVV) stellen, bei der die langsame Umsetzung von Solarprojekten thematisiert wird.
In einer Zeit steigender Energiekosten und der Klimakrise seien Verzögerungen bei der Installation von Photovoltaikanlagen nicht länger hinnehmbar. „Die Berliner Schulen haben das Potenzial, einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende zu leisten, doch die Umsetzung läuft viel zu langsam“, sagte Zander-Rade. „Wir müssen jetzt handeln, um sowohl unsere Klimaziele zu erreichen als auch langfristig Energiekosten zu senken.“
Die ungenutzten Einsparpotenziale durch Solarenergie belasten demnach nicht nur den Klimaschutz, sondern auch den Landeshaushalt, da der Energieverbrauch der Berliner Schulen jährlich Kosten von über 61 Millionen Euro verursacht. Laut dem Energie- und Klimawendegesetz sollten bis Ende 2024 Solaranlagen auf allen technisch nutzbaren Dachflächen öffentlicher Gebäude installiert sein, es sei denn, es gibt statische oder andere sicherheitsrelevante Bedenken. Derzeit sind in Charlottenburg-Wilmersdorf und Neukölln 28 beziehungsweise 27 Prozent der Schulgebäude mit Solaranlagen ausgestattet, in Tempelhof-Schöneberg jedoch lediglich zwei Prozent.
Haushaltssperre des Berliner Senats für 2025 stellt Bezirk vor Schwierigkeiten
Obwohl die Berliner Immobilienmanagement GmbH angekündigt hat, alle Schulen mit Photovoltaik auszustatten, treffe dies nicht auf alle Schulen in Tempelhof-Schöneberg zu. Die Grünen fordern deshalb Klarheit darüber, welche Schulgebäude und Sporthallen bereits über Photovoltaikanlagen verfügen und welche Maßnahmen zur Erreichung der Ziele bis Ende 2024 geplant sind.
Das Bezirksamt soll zudem erläutern, wie es sicherstellt, dass Photovoltaikanlagen bei neuen oder sanierten Schulgebäuden von Anfang an Standard sind. Der Bezirk habe mitgeteilt, dass neue Gebäude zwar „PV-ready“ sind, jedoch fehle es noch an den Solarmodulen selbst. Zander-Rade wies darauf hin, dass angesichts der Haushaltssperre des Senats für 2025 geklärt werden muss, welche finanziellen Mittel dem Bezirk zur Verfügung stehen, um die Photovoltaikanlagen auf Schulgebäuden voranzutreiben und inwiefern Fördermittel von Bund oder Land genutzt werden können.
Quelle: Grüne BVV Tempelhof-Schöneberg
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