Asien

Teure Scheidung in Südkorea: SK-Chef soll Ex-Frau 640 Millionen Dollar zahlen

Der Milliardär und SK-Chef Chey Tae-won soll seiner Ex-Frau 640 Millionen Dollar zahlen. Das ist deutlich weniger als in einem früheren Urteil.

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Der SK-Vorsitzende Chey Tae-won

Der SK-Vorsitzende Chey Tae-won

© Yonhap News/imago

Im Scheidungsverfahren von SK-Chef Chey Tae-won hat ein Gericht eine Zahlung in Millionenhöhe festgelegt: Am Freitag ordnete das Seoul High Court in Südkorea an, dass der Milliardär seiner früheren Ehefrau Roh Soh-yeong 944 Milliarden Won zahlen muss – umgerechnet rund 640 Millionen Dollar. Südkoreanische Medien beschrieben den Prozess laut AP als „Scheidung des Jahrhunderts“.

Chey Tae-won ist Vorsitzender der SK Group, einem der größten Konzerne Südkoreas. Sein Vermögen schätzt das Magazin Forbes laut Reuters auf 5,4 Milliarden Dollar. Seine Ex-Frau Roh Soh-yeong leitet ein Kunstmuseum in Seoul. Sie ist die Tochter des früheren südkoreanischen Präsidenten Roh Tae-woo.

Das Paar heiratete 1988 und hat drei Kinder. Chey reichte laut AP 2017 die Scheidung ein, nachdem er öffentlich gemacht hatte, dass er eine Beziehung zu einer anderen Frau hatte und mit ihr ein Kind bekam.

Warum die Summe niedriger ausfällt als zunächst erwartet

Die 640 Millionen Dollar sind Reuters zufolge deutlich weniger, als ein Berufungsgericht 2024 zugesprochen hatte. Damals lag die Summe bei 1,38 Billionen Won (rund 940 Millionen Dollar). Grund für die Reduzierung war eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs. Dieser hob im Oktober 2025 einen Teil eines Urteils des Berufungsgerichts auf und verwies den Fall zurück.

Kern des Streits: Rohs Vater soll SK einst mit 30 Milliarden Won aus mutmaßlichen Schwarzgeldzahlungen unterstützt haben, berichtete AP. Das Berufungsgericht hatte dies nach Angaben der Korea Times als Beitrag zum Konzernwachstum gewertet. Der Oberste Gerichtshof entschied laut AP jedoch, dass die Gelder nicht als solcher Beitrag anerkannt werden könnten.

Was der KI-Boom mit dem Urteil zu tun hat

SK ist über die Chip-Tochter SK Hynix zu einem der größten Profiteure des KI-Booms geworden. Das Unternehmen ist ein Schlüssellieferant für sogenannte High-Bandwidth-Memory-Chips (HBM), die zusammen mit den KI-Prozessoren von Nvidia eingesetzt werden. Chey ist zwar nicht direkt an SK Hynix beteiligt, aber laut Reuters größter Anteilseigner der Holding SK Inc. Diese besitzt demnach 32 Prozent der Anteile an SK Square – der Gesellschaft, die wiederum Hauptaktionär von SK Hynix ist.

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Da die SK-Hynix-Aktie mit dem KI-Boom stark stieg, wuchs auch Cheys Vermögen. Das Gericht bewertete seine Anteile laut Reuters jedoch zum Stichtag 16. April 2024 – dem Abschluss der Beweisaufnahme im ursprünglichen Berufungsverfahren. Den späteren Kursanstieg berücksichtigte es stattdessen bei der Festlegung der Aufteilungsquote.

Die Aufteilung: ein Drittel für die Ex-Frau

Das Gericht setzte die Vermögensaufteilung auf ein Drittel für Roh und zwei Drittel für Chey fest. In der Berufung 2024 hatte Roh noch einen Anteil von 35 Prozent zugesprochen bekommen. Das Gericht berücksichtigte laut Reuters Rohs Beitrag zur Ehe unter anderem durch Kindererziehung, Haushaltsführung und Aktivitäten im Umfeld der SK Group.

Wichtig für die Konzernmacht: Chey behält Reuters zufolge seine Aktien und zahlt die Summe in bar aus – nicht durch die Übertragung von Anteilen. Das Gericht begründete dies mit der Rolle der Aktien für die Kontrolle über die SK Group. Falls eine der Parteien Berufung gegen das Urteil einlegt, könnte der Fall erneut vor den Obersten Gerichtshof gehen.

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