Das Theater Magdeburg blickt auf eine Rekordspielzeit zurück: In der Saison 2025/26 hat das Haus erstmals mehr als vier Millionen Euro Einnahmen erzielt. Im Vergleich zur vorherigen Spielzeit stiegen die Einnahmen um rund 435.000 Euro. Gleichzeitig blieb die Nachfrage hoch: 162.300 Zuschauerinnen und Zuschauer besuchten die 953 Vorstellungen, die Auslastung lag bei 86,1 Prozent.
Damit zählt die Spielzeit 2025/26 zu den erfolgreichsten in der Geschichte des Theaters. Besonders erfolgreich war das DomplatzOpenAir mit „Rodgers & Hammerstein’s Oklahoma!“. Alle 18 Vorstellungen waren ausverkauft, insgesamt kamen 22.878 Menschen zu den Aufführungen.
Auszeichnungen und Erfolge unter Chavaz
Die Bilanz fällt in eine erfolgreiche Phase unter Generalintendant Julien Chavaz. Das Theater wurde zum „Theater des Jahres“ gewählt und erhielt weitere Auszeichnungen, darunter den Perspektivpreis der Länder im Rahmen des Deutschen Theaterpreises „Der Faust“ sowie den ZukunftsGut-Preis 2026 der Commerzbank-Stiftung für seine Vermittlungsarbeit. „Die Spielzeit 25/26 zählt zu den erfolgreichsten der vergangenen Jahre“, sagt Verwaltungsdirektorin Bettina Pesch. Die gestiegenen Einnahmen und die höhere Auslastung zeigten die positive Entwicklung des Hauses.
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Für Chavaz ist es zugleich eine der letzten großen Bilanzen seiner Amtszeit in Magdeburg. Der Generalintendant wird das Theater 2028 verlassen und an das Essener Aalto-Theater wechseln, wo er künftig die Opernintendanz übernimmt und Chef der Essener Philharmoniker wird. Sein Vertrag in Magdeburg war ursprünglich bis 2032 verlängert worden. Bereits zuvor war bekannt geworden, dass auch die Leitung des Schauspiels Magdeburg neu besetzt wird: Clara Weyde, Bastian Lomsché und Clemens Leander übernehmen ab der Spielzeit 2027/28 die Intendanz des Schauspiel Leipzig.
Chavaz betonte, sein Wechsel habe nichts mit der anstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zu tun. Er wolle die kommenden zwei Jahre nutzen, um für das Theater und seine 440 Mitarbeitenden weiter zu arbeiten. Gerade angesichts der politischen Entwicklungen seien diese Jahre wichtig, damit das Haus „frei spielen“ könne.
Was hinter dem Erfolg steckt
Der Erfolg des Hauses basiert dabei nicht nur auf einzelnen Publikumserfolgen. Unter der Leitung von Julien Chavaz setzte das Theater Magdeburg verstärkt auf große Open-Air-Produktionen, neue Vermittlungsformate und Projekte, die unterschiedliche Zielgruppen ansprechen sollen. Gerade für diese Arbeit wurde das Haus mit dem ZukunftsGut-Preis 2026 ausgezeichnet.
Gleichzeitig bleibt der wirtschaftliche Erfolg eingebettet in eine öffentliche Finanzierung: Wie andere Stadttheater wird auch das Theater Magdeburg durch Zuschüsse von Stadt und Land getragen und finanziert sich nicht ausschließlich über Ticketeinnahmen. Die aktuelle Bilanz zeigt daher vor allem, dass es dem Haus gelingt, öffentliche Kulturförderung, künstlerische Projekte und eine hohe Nachfrage beim Publikum miteinander zu verbinden.
Publikumserfolge in allen Sparten
Auch abseits des DomplatzOpenAirs überzeugten zahlreiche Produktionen. Im Musiktheater erreichten unter anderem „Pierrot lunaire“ (99 Prozent Auslastung) und „Der Barbier von Sevilla“ (86 Prozent) hohe Werte. Im Schauspiel gehörten „Schrei so laut du kannst“, „Indien“, „Schachnovelle“ und „Die schmutzigen Hände“ zu den Publikumserfolgen.
Die Ballettsparte steigerte ihre Auslastung deutlich von 72 auf 83 Prozent. Auch die Magdeburgische Philharmonie lockte mit 37 Konzerten zahlreiche Besucherinnen und Besucher an.
Die neue Spielzeit 2026/27 beginnt vom 11. bis 13. September mit dem Theaterfest. Geplant sind unter anderem die Intel-Oper „Vacuum Valley. Aufstieg und Fall einer Chipfabrik“ sowie weitere Uraufführungen.
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