Ein Kartoffelkeller eines Bauernhofs nahe der Oder: Feuchtigkeit vom Regen der Erntezeit zieht in die Holzwände, während draußen die Welt aus den Fugen gerät. Auf den Gleisen stehen Züge, tagelang, überfüllt mit Menschen, die alles zurücklassen mussten oder nichts mehr hatten außer dem, was sie tragen konnten. Manchmal ein Koffer, manchmal ein Tier, oft aber trugen sie nur die Hoffnung, irgendwann anzukommen. Millionen von Menschen waren in den Jahren 1945/46 unterwegs. Auf der Flucht vor Gewalt, Hunger und Kälte, vor Unsicherheit einer Grenze, die sich gerade neu zieht.
Theater
„Jan & Martha“: Theaterschiff tourt durch die deutsch-polnische Vergangenheit
Eine deutsche Bäuerin, ein polnischer Zwangsarbeiter und ein Kartoffelkeller an der Oder: Wie ein Theater die Nachkriegszeit im Oderraum neu erzählt.
7 Min
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Auf einem ehemaligen Lastkahn tourt das deutsch-polnische Theaterstück „Jan & Martha“ entlang der Oder. Im Bauch des Theaterschiffs verschmelzen Spielfläche und Zuschauerraum.
© janundmartha/Piotr Wrega
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