Bei etlichen Familien, auch in Berlin, heißt es an Heiligabend wieder: „Der Weihnachtsmann war da.“ Viele Eltern erzählen ihren Kindern von einem alten Mann mit weißem Rauschebart, der durch die Kamine in Wohnhäuser steigt und Geschenke hinterlässt. Manche gehen so weit, dass sie professionelle Weihnachtsmann-Darsteller zu sich nach Hause einladen oder einen Onkel oder Nachbarn zum Santa-Theater verpflichten. Doch wann ist es zu viel des Guten? Wann gehört die Wahrheit auf den Tisch? Eine Psychotherapeutin klärt auf.
In einem Bericht des Business Insider nähert sie sich der Frage, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um dem Nachwuchs die Nichtexistenz des Weihnachtsmanns zu beichten. „Diese Frage wird mir in meiner therapeutischen Praxis häufig von Eltern gestellt“, erzählt Amy Morin, eine US-amerikanische Psychotherapeutin.
Weihnachten in Berlin 2026 | Tipps
Aufklärung der Weihnachtsmann-Frage: Kein bestimmtes Alter
Laut Morin gibt es nicht für alle Kinder das gleiche, ideale Alter für die Enthüllung der Weihnachtsmann-Gaukelei. Eltern sollten sich also an ihren Kindern und deren Weltsicht orientieren, sagt die Expertin. In der Regel beginnen Kinder Morin zufolge im Alter zwischen fünf und sieben Jahren, etwas kritischer zu denken. Doch vermutlich fragen sie nicht direkt, ob es den Weihnachtsmann gibt. Auch Zweifel an fliegenden Rentieren oder die Frage, wie es der Mann im roten Mantel an einem Tag um die ganze Welt schafft, deuten darauf hin, dass das Kind bereit für die Aufklärung der Weihnachtsmann-Schwindelei sein könnte.
Morin rät also davon ab, mit der Wahrheit hinter dem Berg zu halten, um Kindern Schmerz zu ersparen. „Wenn sie Fragen stellen, wollen sie die Wahrheit wissen. Und ihr werdet ihnen mit Ehrlichkeit nicht schaden“, sagt die Expertin. Wichtiger sei es, den Kindern zu vermitteln, dass es an Weihnachten weniger um den Weihnachtsmann gehe als ums Geben und um Nächstenliebe.
„Noch hat kein Erwachsener meine Praxis betreten, der mir erzählt hat, dass der Glaube an den Weihnachtsmann – oder der Schock später, dass es ihn gar nicht gibt – das ganze Leben geprägt hat“, berichtet Morin. Daher sollten Eltern keine Angst vor dem Moment haben, wenn sie das Geheimnis lüften.
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