Der Landesvorsitzende der FDP Thüringen, Thomas Kemmerich, hat seinen Austritt aus der Partei erklärt. In einem Beitrag auf der Plattform X veröffentlichte Kemmerich einen Brief an den FDP-Bundesvorsitzenden Christian Dürr.
„Nach annähernd zwanzig Jahren Mitgliedschaft, fast genauso lang als Kreisvorsitzender und zehn Jahren als Landesvorsitzender, bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass sich meine Vorstellungen von der Zukunft unseres Landes und die inhaltliche Ausrichtung der Partei auseinanderentwickelt haben“.
Nach Treffen mit Ex-AfD-Chefin: Rücktritt Kemmerichs gefordert
Nähere Angaben zu den Gründen seiner Entscheidung nannte der 60-Jährige in den Posts und dem von ihm veröffentlichten Brief nicht. In den vergangenen Monaten hatte er sich öffentlich kritisch über den Kurs seiner Partei geäußert. Diese müsse sich „von linksliberalen-grünen Überzeugungen abwenden“, sagte er im April in einem Interview mit dem Portal The Pioneer.
Ende Juli wurde Kemmerich für ein Treffen mit der ehemaligen AfD-Chefin Frauke Petry kritisiert. Gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) wies er die Kritik zurück und gab an, sich nicht dem „Team Freiheit“ der früheren AfD-Chefin anzuschließen. Die Jungen Liberalen forderten Kemmerichs Rücktritt.
Kemmerich ist seit 2015 Landesvorsitzender der FDP Thüringen. Von 2009 bis 2014 sowie von 2019 bis 2024 war er Mitglied des Thüringer Landtags und dort ab 2019 Vorsitzender der FDP-Fraktion. Außerdem war er von 2017 bis 2019 Mitglied des Deutschen Bundestages.
Für bundesweite Schlagzeilen sorgte Kemmerich, als er 2020 mit Stimmen von AfD, CDU und FDP zum Ministerpräsidenten gewählt wurde. Bereits am Tag nach der Wahl trat Kemmerich für eine vorgezogene Neuwahl des Landtages ein und kündigte seinen Rückzug an. Weitere zwei Tage später trat er offiziell zurück.
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