Die aktuelle IHK-Herbstumfrage 2026 für die Thüringer Wirtschaft zeigt ernüchternde Ergebnisse. In fast jedem dritten Unternehmen droht der Abbau von Jobs und Investitionen werden zusammengestrichen. „Die Wirtschaft wartet noch immer auf den angekündigten Befreiungsschlag!“, sagt IHK-Präsident Peter Zaiß bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse. Trotz politischer Reformsignale aus Berlin bleibt die Stimmung in den Unternehmen gedrückt. Besonders besorgniserregend seien sinkende Investitionsaussichten und Beschäftigungsabbau, erklärt Peter Zaiß weiter.
Der Konjunkturklimaindex steigt gegenüber dem Frühjahr 2026 lediglich von 80 auf 82 Punkte und bleibt damit weiter unter dem langjährigen Durchschnitt von 101 Punkten. Zwar hat sich die Geschäftslage leicht verbessert: 28 Prozent der Betriebe beurteilen ihre Situation als gut (Frühjahr: 25 Prozent), 33 Prozent als schlecht (Frühjahr: 38 Prozent). Doch der Blick nach vorn bleibt pessimistisch.
Der Aufschwung lässt sich nicht herbeireden
41 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer Verschlechterung ihrer Geschäfte, nur elf Prozent erwarten eine Verbesserung. „Vor allem müssen die Reformen bei Sozialversicherungen, im Steuerrecht und auf dem Arbeitsmarkt schneller vorankommen und konsequent auf Wachstum und Entlastung ausgerichtet werden. Neue Vorschläge für Steuern, etwa eine Zucker- oder Plastiksteuer oder höhere Pauschalsteuern für Minijobs, senden hingegen das falsche Signal“, so Zaiß.
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MehrDie Kostenbelastung der Unternehmen bleibt das größte Geschäftsrisiko. Wie groß der Handlungsdruck mittlerweile ist, zeigt ein Blick auf die Geschäftsrisiken: 79 Prozent der Unternehmen sehen in den Energie- und Rohstoffpreisen eine wesentliche Gefahr, 72 Prozent in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und 63 Prozent in den Arbeitskosten.
„Die Unternehmen brauchen endlich wieder Luft zum Atmen. Deshalb begrüßen wir den Vorschlag des Bundeskanzlers ausdrücklich, die Stromsteuer für die gesamte Wirtschaft auf das europäische Mindestmaß zu senken“, betont der IHK-Chef.
Die schwache Nachfrage und die unsicheren Rahmenbedingungen bremsen weiterhin die Investitionsbereitschaft. Damit fehlen wichtige Impulse für Modernisierung, Transformation und künftiges Wachstum der Unternehmen. Mehr als die Hälfte der Unternehmen (52 Prozent) plant geringere Investitionsausgaben, lediglich 13 Prozent wollen mehr investieren. Im Vordergrund steht dabei der Erhalt des Bestehenden. Investiert wird nicht in Wachstum, sondern in Ersatz.
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Fast jedes dritte Unternehmen rechnet mit einem Beschäftigungsabbau, lediglich sieben Prozent wollen zusätzliches Personal einstellen. Gleichzeitig bleibt der Fachkräftemangel trotz der aktuellen Konjunkturflaute eine Herausforderung. 39 Prozent der Unternehmen sehen darin ein wesentliches Geschäftsrisiko, das bei wirtschaftlicher Belebung rasch wieder stärker in den Vordergrund rücken dürfte.
Die Ergebnisse der Herbstumfrage zeigten, dass sich ein konjunktureller Aufschwung nicht herbeireden lasse, so IHK-Präsident Peter Zaiß. Zwischen strukturellen Wettbewerbsnachteilen und geopolitischen Spannungen bleibe die Lage angespannt. Entscheidend seien deshalb konkrete Reformen, die Unternehmen spürbar entlasten, Investitionen ermöglichen und neues Vertrauen schaffen.
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