Pompös, aggressiv und bis ins letzte Detail inszeniert: Der Auftritt von Abelardo de la Espriella am Sonntagabend passte ins Drehbuch, das seinen Wahlkampf ausgemacht hat. An Bord eines Schiffs kam er nach seinem Überraschungserfolg in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Kolumbien über den Magdalena-Fluss an die Uferpromenade der Karibikmetropole Barranquilla. Begleitet von Feuerwerk und Musik, hinter Panzerglas verschanzt und in das Trikot der kolumbianischen Fußball-Nationalmannschaft gekleidet, ließ sich der Anwalt von seinen Anhängern feiern – und zeigte sich siegesgewiss.
„Der Tiger“, wie sich de la Espriella nennt, hat es in die Stichwahl um das Amt des Staatschefs geschafft. Mit mehr als 43 Prozent und über zehn Millionen Stimmen lag er laut vorläufigem Ergebnis vor Iván Cepeda, dem Kandidaten der linken Regierungskoalition Pacto Histórico. Der Philosoph, der eine Fortführung des ersten linken Regierungsprojekts in der Geschichte des Landes verspricht, kam am Sonntag nur auf knapp 41 Prozent. Insgesamt beträgt der Abstand zwischen ihm und de la Espriella fast 700.000 Stimmen.
Kolumbien
Tiger oder Bettvorleger? Auf diesen Hardliner setzt die Rechte in Kolumbien
„El Tigre“ gegen die Linke: Der rechte Anwalt Abelardo de la Espriella kämpft in Kolumbiens Stichwahl um das Präsidentenamt. Unser Reporter berichtet vor Ort.
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Der Auftritt von Abelardo de la Espriella am Sonntagabend.
© Lucas Aguayo Araos/Imago
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