Der Würzburger Szeneclub Labyrinth steht wegen einer geplanten „Tribute to Rammstein“-Party in der Kritik. Wie die Tageszeitung Mainpost berichtet, hagelte es unter der Ankündigung der Veranstaltung deutliche Kommentare von Besucherinnen und Besuchern des Clubs in Oberfranken. Wegen Till Lindemann.
Worum geht es bei dem Streit?
Am 26. September soll im Laby eine Party mit Rammstein-Musik steigen. Für viele Fans des Clubs ist das ein Problem – schließlich wirbt das Labyrinth eigentlich mit einem Awareness-Konzept.
Genau dieser Widerspruch sorgt für Unmut in den sozialen Medien.
Deutliche Kritik von Fans
Unter dem Ankündigungspost häuften sich kritische Stimmen. Eine Nutzerin fragte, ob es für den Abend wirklich keine andere Band als Tribute-Thema gegeben habe, und vermisste bei einem Club mit Awareness-Konzept die entsprechende Haltung.
Noch deutlicher wurde ein anderer Kommentar: „Macht doch vielleicht einfach KEINE Rammstein Party?!“, schreibt ein Nutzer laut Mainpost.
Es gab aber auch positive Rückmeldungen zu der geplanten Party, wie die Zeitung berichtet.
Hintergrund: Die Vorwürfe gegen Till Lindemann
Auslöser der Debatte sind die 2023 öffentlich gewordenen Vorwürfe gegen Rammstein-Frontmann Till Lindemann. Zahlreiche Frauen hatten (großteils anonym) in der Presse behauptet, Lindemann habe sich ihnen im Rahmen von Rammstein-Backstage-Partys sexuell übergriffig verhalten.
Die Ermittlungen gegen Lindemann (auch durch die Berliner Staatsanwaltschaft) wurden allerdings noch 2023 eingestellt. Lindemann ließ die Vorwürfe von seinen Anwälten dementieren. Gleichwohl halten Aktivisten an ihrer damaligen Forderung fest, dass es Lindemann und Rammstein aus moralischen Gründen zu boykottieren gelte.
So reagiert der Club mit wirtschaftlichen Gründen
Das Laby ließ die Kritik am Revival seiner Rammstein-Partyreihe nicht unkommentiert. Wenige Tage nach den ersten negativen Reaktionen bezog der Club Stellung – und hielt zwar an der Veranstaltung fest, zeigte aber Verständnis für die Bedenken der Kritiker.
Auf Nachfrage der Redaktion erklärte das Team laut Mainpost, die Nachfrage nach Rammstein-Musik im Club reiße einfach nicht ab: „Aus wirtschaftlicher Sicht können wir es uns nicht leisten, diese Nachfrage zu ignorieren.“ Im regulären Betrieb verzichte man dennoch bewusst auf die Songs der Band, um Gäste, die durch die Musik negative Erinnerungen oder Themen aufgerollt bekommen könnten, nicht ungewollt damit zu konfrontieren.
Die Argumentation des Clubs: Der Leidensdruck jener, die ihren Musikwunsch nicht erfüllt bekommen, wiege geringer als der Leidensdruck jener, die durch das Hören der Musik mit eigenen belastenden Themen konfrontiert würden – so lässt sich die Position laut Mainpost zusammenfassen.
Neuer Name als Kompromiss
Trotz der Kritik wird die Party nun stattfinden – allerdings nicht mehr unter dem ursprünglichen Titel. Aus der „Tribute to Rammstein“-Party wird die Veranstaltung „Asche zu Asche“ mit dem Untertitel „Rammstein x Eisbrecher x Oomph“.
Diese Umbenennung sei eine bewusste Reaktion auf die Kommentare im Netz, berichtet die Zeitung. Auch innerhalb des Laby-Teams habe es zu der Partyreihe unterschiedliche Meinungen gegeben.
Monatelange interne Diskussion
Laut Mainpost habe man clubintern seit Monaten kontrovers über eine Wiederaufnahme der Veranstaltungsreihe diskutiert. Bis heute gebe es dazu gespaltene Meinungen im Team.
Das Labyrinth selbst hatte die Rammstein-Partyreihe nach den 2023 bekannt gewordenen Vorwürfen gegen Lindemann komplett eingestellt.
Was das für den 26. September bedeutet
Am 26. September wird im Würzburger Labyrinth also nicht mehr explizit eine „Rammstein-Party“ gefeiert, sondern ein breiter angelegter Abend mit Musik von Rammstein, Eisbrecher und Oomph unter neuem Namen.
Ob mit der Umbenennung die Wogen tatsächlich geglättet sind, oder ob die Diskussion um den Auftritt weitergeht, bleibt abzuwarten. Klar ist: Für den Club bleibt das Thema ein Balanceakt zwischen Fan-Wünschen, Awareness-Anspruch und öffentlicher Debatte um die Band.
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