Technologie

Tim Cook tritt zurück: Apple baut seine Führung grundlegend um

Nach 15 Jahren an der Spitze zieht sich Tim Cook aus dem operativen Geschäft zurück. Sein Nachfolger John Ternus übernimmt in einer Phase wachsender Herausforderungen für den Konzern.

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Apple-Chef Tim Cook

Apple-Chef Tim Cook

© Michael Tran/AFP

Der langjährige Apple-Chef Tim Cook gibt seinen Posten Anfang September ab. Das teilte der US-Technologiekonzern am Montag mit. Nachfolger wird John Ternus, bislang verantwortlich für die Hardwareentwicklung. Cook soll künftig den Vorsitz des Verwaltungsrats übernehmen.

„Es war das größte Privileg meines Lebens, Vorstandschef von Apple zu sein“, erklärte Cook laut Mitteilung des Unternehmens. Er habe die Leitung eines „außergewöhnlichen Unternehmens“ übernehmen dürfen.

Cook hatte den Chefposten 2011 von Mitgründer Steve Jobs übernommen, der wenige Monate später starb. Zuvor war Cook bereits seit 1998 im Unternehmen tätig und hatte sich intern nach oben gearbeitet.

John Ternus: Ein Ingenieur aus den eigenen Reihen

Mit Ternus rückt ein Manager aus der zweiten Reihe an die Spitze, der seit Jahrzehnten im Konzern arbeitet. Er kam 2001 ins Produktdesignteam und leitete zuletzt die Entwicklung zentraler Geräte wie iPhone, iPad und Mac. „Ich bin zutiefst dankbar für diese Chance, Apples Mission weiter voranzutragen“, erklärte Ternus. Er habe das Glück gehabt, sowohl unter Steve Jobs zu arbeiten als auch Tim Cook als Mentor zu haben.

Cook selbst bezeichnete ihn laut Financial Times als „ohne Frage die richtige Person“, um Apple in die Zukunft zu führen.

Cook formte Apple zum wertvollsten Konzern der Welt

Während Cooks Amtszeit wuchs Apple massiv. Der Börsenwert stieg auf rund vier Billionen US-Dollar. Der Konzern entwickelte sich vom iPhone-Hersteller zu einem breit aufgestellten Technologieunternehmen mit starkem Dienstleistungsgeschäft.

Heute erwirtschaftet Apple mehr als 100 Milliarden US-Dollar jährlich mit Angeboten wie App Store, Apple Pay und iCloud. Gleichzeitig bleibt das iPhone mit etwa der Hälfte des Umsatzes das wichtigste Produkt.

Cook setzte zudem stark auf globale Lieferketten, insbesondere in China und Südostasien. Diese Strategie gerät zunehmend unter Druck, da die US-Regierung unter Präsident Donald Trump auf eine stärkere Produktion im eigenen Land drängt.

Druck durch KI und geopolitische Spannungen

Der Führungswechsel kommt in einer heiklen Phase. Apple steht vor mehreren Herausforderungen, vor allem im Bereich Künstliche Intelligenz. „Apple vollzieht gerade einen grundlegenden Wandel in seiner KI-Strategie“, sagte der Analyst Dan Ives laut AFP. Dass Cook das Unternehmen nun verlasse, komme daher überraschend.

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Im Vergleich zu Konkurrenten wie Google und Microsoft hat Apple bislang weniger in KI-Infrastruktur investiert. Auch ein angekündigtes Update für den Sprachassistenten Siri verzögerte sich. Zugleich muss sich der Konzern neu positionieren, da sich die Beziehungen zwischen den USA und China verschärfen. Apple prüft bereits Alternativen und baut Teile seiner Produktion in Indien aus.

Wechsel auch im Führungsteam

Bereits seit Monaten steht Apple vor tiefgreifenden Veränderungen in der Führungsebene. Mehrere Schlüsselpositionen wurden frei oder neu besetzt, darunter Finanzchef Luca Maestri, der langjährige Operations-Chef Jeff Williams sowie KI-Verantwortlicher John Giannandrea, dessen Rückzug bereits angekündigt war. Auch der Design-Manager Alan Dye verließ das Unternehmen. Beobachter sahen darin früh Hinweise auf eine Neuaufstellung, auch mit Blick auf den sich verschärfenden KI-Wettbewerb. Zuletzt rückten neue Manager nach, etwa Kevan Parekh als Finanzchef und Sabih Khan als Leiter des operativen Geschäfts.

Cook bleibt Apple als Verwaltungsratschef erhalten. Beobachter erwarten, dass seine Erfahrung und politischen Kontakte dem Unternehmen weiterhin helfen werden, insbesondere im Umgang mit der US-Regierung.

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