Die Schauspielerin Tina Ruland hat die aktuelle politische Lage in Deutschland als „extremst beängstigend“ bezeichnet. Am Rande der Emmy-Party im Berliner Schlosshotel Grunewald sagte sie TIKonline, was in der Politik derzeit passiere, „geht auf keine Kuhhaut“. Sie wünsche sich, dass Politiker stärker auf den Souverän hörten, den sie als „Arbeitgeber dieser Politiker“ bezeichnete.
Ruland warf den etablierten Parteien vor, die Bürger würden „nur noch angelogen“. Aussagen würden getroffen und anschließend zurückgenommen, ohne dass sich jemand darum kümmere. Skandale würden aus ihrer Sicht lediglich ausgesessen.
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„Missachtung der Bürger“: Nicht einmal auf dem Tennisplatz weint man Kai Wegner Tränen nach
Ruland: „Ehrenkodex“ in der Politik ist weggefallen
Zur Frage nach der politischen Zukunft Deutschlands sagte die Schauspielerin: „Daran sind nicht die Bürger schuld, daran ist auch nicht die AfD schuld. Daran sind einzig und allein die Altparteien schuld, die schlechte Politik machen“. Wenn Bürger von Parteien nicht gehört würden, sei es normal, irgendwann etwas anderes zu wählen.
Ruland vermisst nach eigenen Worten einen Ehrenkodex in der Politik. Politiker dürften bei Verfehlungen nicht straffrei ausgehen. Als Beispiel nannte sie die Maskenaffäre um den heutigen Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) aus dessen Zeit als Bundesgesundheitsminister. „Wenn ich nach Spanien gucke: Der entsprechende Minister geht für 19 Jahre in den Knast, und Herr Spahn wird befördert“, so Ruland. „Es gibt scheinbar keine Ehre und kein Gewissen mehr in der Politik. Es geht nur noch darum: Wie bereichere ich mich selbst?“
Der „Ehrenkodex“ sei offenbar weggefallen, so Ruland weiter. „Es gibt für mich keine Ehre und kein Gewissen mehr in der Politik“.
Anlass der Interviews auf dem Roten Teppich war unter anderem der Rückzug des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU) als CDU-Spitzenkandidat für die Berliner Abgeordnetenhauswahl. Hintergrund waren Falschaussagen Wegners zum Krisenmanagement nach einem Anschlag auf das Berliner Stromnetz am dritten Januar, von dem zehntausende Haushalte betroffen waren.
Wegner hatte zunächst behauptet, er habe sich in seinem Büro „eingeschlossen“. Wenige Tage später wurde durch Recherchen klar, dass er am vierten Januar mit seiner Partnerin, Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU), mittags Tennis spielen war.
Später sprach Wegner davon, mit dem Bundeskanzleramt telefoniert zu haben, am Vormittag hätte er jedoch telefoniert. Recherchen dieser Redaktion zeigten jedoch, dass es am Vormittag kein Telefonat mit dem Stromnetz, keinen Kontakt mit dem Bundeskanzleramt und auch nicht mit dem Bundesinnenminister gab. Erst am Nachmittag fanden Telefonate statt.
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