Tippeltip: Zu historischen Ecken von Kreuzberg

Alt-Berlin läßt grüßen

Heiner Hein
2 Min

Ausgangspunkt: U-Bahnhof Gneisenaustraße Endpunkt: U-Bahnhof Kottbusser Tor Weglänge: Drei bis vier KilometerDas Stadtbild von Kreuzberg hat sich vielerorts verschönt. Die Denkmalpfleger haben an öffentlichen Bauten und Monumenten ihren Einfluß geltend gemacht. Es wurde saniert, rekonstruiert und Zerstörtes wiederhergestellt. Immer wieder sind Stadtspaziergänge durch die betagten Straßenzüge interessant.Ein Stück Berlin um 1900 ist am Chamissoplatz gegenwärtig. An seiner östlichen Begrenzung teilen sich verschiedene christliche Gemeinden zwischen Heimstraße und Lilienthalstraße ihre Gottesäcker.Im Winkel Hasenheide/Graefestraße entstand Ende der 70er Jahre eine sehenswerte Wohnanlage. Dort stand einmal eines der populärsten Tanzlokale unserer Stadt, das Ballhaus "Resi". An der Fichtestraße 4-12 wurde 1943 in das Mauerrund des ausgebrannten Gasbehälters ein Hochbunker gegen Luftangriffe eingebaut, bekannt als "Fichte-Bunker". Der vor 110 Jahren errichtete Behälter faßte 30 000 Kubikmeter Gas.Die Ströme Rhein, Elbe, Oder und Weichsel symbolisiert der Bronzebrunnen an der Ecke Grimm-/Urbanstraße. Am 22. März 1877 war er auf dem Kemperplatz am Tiergarten enthüllt und 1902 nach Kreuzberg umgesetzt worden. Das Krankenhaus "Am Urban" wurde 1970 fertig. Die Bettenstationen befinden sich im neungeschossigen, v-förmigen Hauptgebäude.Nächster Anlaufpunkt ist das Fraenkelufer. Direkt an der Uferstraße treten zwei Torhäuser mit 20 Wohnungen ins Blickfeld. Außerdem eine sogenannte Brandmauerbebauung mit 48 Wohnungen und weitläufigem Wohnhof. Die Synagoge am Fraenkelufer erfuhr ihre Wiedergeburt in den Jahren 1958/59. Die Ruine ist abgetragen und mit den baulichen Resten der früheren Jugendsynagoge zu einer Andachtsstätte gestaltet worden.Das Planufer am Landwehrkanal ist seit 1964 als "Geschützter Baubereich" ausgewiesen. Alle 14 zwischen 1890 und 1900 errichteten Wohnhäuser sind, wie es die Architekten nennen, typisch für eine Altstadt-Miethausbebauung gehobenen Stils an einer innerstädtischen Wasserstraße. Aufmerksamkeit verdienen auch zwei Wohnhäuser am Kottbusser Damm 2/3 und 90. Die bekannten Architekten Bruno Taut und Arthur Vogdt gelten als ihre geistigen Väter. Um 1980 und in den 60er Jahren sind die Kriegsschäden beseitigt worden, wobei die Fassaden weitestgehend ihre alten Formen erhielten. +++

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