„Plagiate sind eine Geißel der Wissenschaft“
Die Freie Universität Berlin (FU) hat dafür insgesamt zwei Jahre gebraucht. Nicht, weil man so gewissenhaft geprüft hat, sondern weil die erste Prüfung offenbar mindestens so mängelbehaftet war wie die wissenschaftliche Arbeit, der die Prüfung galt. Das herauszufinden war aber alles andere als einfach, denn das Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft hat alles getan, um die Überprüfung der Arbeit im Geheimen stattfinden zu lassen. Und das Präsidium der FU machte mit. Der Prüfbericht verschwand in der Versenkung, es gab keinerlei Informationen über die Zusammensetzung der Prüfkommission. Transparenz in der Wissenschaft sieht wahrlich anders aus.
Franziska Giffey verliert ihren Doktortitel endgültig
Natürlich hat sich die Geheimniskrämerei nicht durchhalten lassen. Die Studierendenvertretung klagte erfolgreich auf die Herausgabe des Berichts. Und es waren Journalisten der Zeit, die die Zusammensetzung der Prüfungskommission recherchierten – und dabei herausfanden, dass deren Mitglieder eine ungute Nähe zur Doktormutter von Franziska Giffey hatten. Das alles wirft kein gutes Licht auf das einst so renommierte Otto-Suhr-Institut.
Rücktritt von Franziska Giffey: Mehr Taktik als Einsicht
Doch auch das Präsidium der Freien Universität agierte mehr als unglücklich. Erst erteilte man eine Rüge, die es so offenbar gar nicht gibt, dann versteckte man den Prüfbericht, um sich jeglicher Kritik zu entziehen. Das konnte nicht gutgehen. Es war einigermaßen beherzt vom FU-Präsidenten Günter M. Ziegler, die erteilte Rüge zurückzunehmen und neu anzufangen. Es wäre aber nicht nötig gewesen, wenn man gleich adäquat gehandelt hätte.
Die CDU hat daher recht mit ihrer Forderung, dass es nicht nur für die Doktorandin Konsequenzen geben darf. Die FU muss jetzt intern aufräumen und bei der Aufklärung von Missständen beim OSI anfangen. Vielleicht braucht es noch eine Prüfungskommission.
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