Schülerproteste

„Tötet sie!“: Jugendliche greifen in Paris eine Polizeianwärterin an

Die Proteste gegen marode Schulen und Lehrermangel in Frankreich werden gewalttätiger. In Paris wurde eine junge Polizistin von Jugendlichen angegriffen.

jst
2 Min
Die Gewalt am Rande der Schülerproteste in Frankreich sorgen für Entsetzen.

Die Gewalt am Rande der Schülerproteste in Frankreich sorgen für Entsetzen.

© Aurelien Morissard/AP/dpa

Die Schülerproteste in Frankreich schlagen zunehmend in Gewalt um. Die Jugendlichen richten sich gegen marode Schulen und den Mangel an Lehrkräften. Im Visier stehen inzwischen nicht nur Schulleiter, sondern auch Polizisten.

In Paris verfolgte am Donnerstag eine Gruppe von rund zehn Jugendlichen eine Polizeianwärterin und ging auf sie los. Das berichten der Fernsehsender BFM-TV und weitere französische Medien. Die Frau wurde zu Boden gestoßen, in den Rücken getreten und danach geschlagen.

Funkgerät aufgehoben, dann angegriffen

Laut Pariser Polizeipräsidium geschah der Angriff, als die Beamtin kurz stehen blieb, um ein zu Boden gefallenes Funkgerät aufzuheben. Mehrere Täter hielten sie fest und riefen „Tötet sie!“. Das Präsidium verurteilte die Tat als „unsäglich“.

Innenminister Laurent Nuñez versprach auf X, dass „die Täter dieses Angriffs gefunden und strafrechtlich verfolgt werden“. Eine Untersuchung wegen gemeinschaftlicher Gewalt gegen eine Amtsträgerin wurde eingeleitet.

Bei den Schülerprotesten in Frankreich hat die Polizei nach Regierungsangaben seit Montag mehr als 5.000 Menschen festgenommen. Allein am Freitag waren es 1.747. Das sagte Innenminister Laurent Nuñez am Abend im Sender TF1.

Nuñez berichtete von Ausschreitungen im Umfeld von 158 Einrichtungen. Es seien Gegenstände geworfen worden, zudem habe es Angriffe auf Einsatzkräfte, Lehrer, Journalisten und Passanten gegeben.

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Weniger Schulen betroffen, Gewalt bleibt

Von den 3.700 Schulen im Land waren am Freitag laut Bildungsminister Édouard Geffray noch 735 von den Protesten berührt. Gegenüber Donnerstag ist das ein Rückgang um 30 Prozent. Neben Blockaden und Kundgebungen gab es aber weiterhin Gewalttaten. Geffray rief die Eltern auf, ihre Kinder von den Ausschreitungen fernzuhalten.

Personalmangel als Auslöser

Den Anfang machte eine Schule in einem Pariser Vorort, an der es an Personal mangelte. Landesweit blieben zum Beginn des Schuljahres 2025/26 gut 2.000 Lehrerstellen unbesetzt.

Die Schüler verlangen eine bessere Ausstattung der Schulen und mehr Lehrkräfte. Sie bemängeln außerdem schmutzige Gebäude und zu volle Klassen.

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