Zur 83. Ausgabe der Filmfestspiele vom 2. bis 12. September 2026 blickt die Welt einmal mehr auf den Lido. Doch während dort vor allem die Aufmerksamkeit auf dem Goldenen Löwen liegt, interessiert uns zur Eröffnung eine andere Frage: Wer glänzt auf dem roten Teppich, wer leistet sich modische Fehltritte und war auch George Clooney mit Ehefrau Amal Clooney stilsicher unterwegs? Haute Couture und namenhafte Labels tragen sie schließlich alle. Echtes Stilbewusstsein ist allerdings nicht immer gegeben.
Top: George Clooney und seine Frau Amal überzeugen auf dem roten Teppich der Filmfestspiele mit zeitloser Eleganz. Amal Clooney erscheint in einer maßgeschneiderten, gerafften schwarzen Robe von Tom Ford mit raffinierten Spaghettiträgern, während ihr Mann mit einem klassischen, aber edlen Smoking von Armani punktet. Später nimmt er in diesem den begehrten Goldenen Löwen für sein Lebenswerk entgegen. Pluspunkte für Sympathie: Nachdem der 65-Jährige geduldig für die Fotografen posierte, schnappte er sich kurzerhand selbst die Kamera, um ein paar eigene Schnappschüsse einzufangen.
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Flop: Bei Nina Dobrevs Robenwahl aus dem Archiv von Giorgio Armani Privé sehen wir leider nicht nur kleinere Baustellen am Look, sondern eine einzige modische Entgleisung. Da wäre zunächst der scharfkantige Ausschnitt: eine Art Bandeau, das sich in der Mitte zu einer eckigen Erhebung auftürmt und leider denkbar unvorteilhaft sitzt. Der springende Punkt, warum wir das Kleid aber als so furchtbar befinden, ist der Farbverlauf: Schwarze Pailletten gehen in Sumpfgrün über und verleihen der Schauspielerin etwas Schurkenhaftes. Fast könnte man meinen, sie sei der Antagonist eines Films, mit dem das Publikum bewusst nicht sympathisieren soll.
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Top: Der britische Schauspieler Jonathan Bailey macht seinem Titel als „Sexiest Man Alive“, den ihm das People-Magazin 2025 verlieh, alle Ehre und präsentiert sich in einer modern interpretierten Variante des Smokings von Armani. Das Jackett ist locker und leicht oversized geschnitten und fällt ebenso lässig wie die gerade Hose. Dazu trägt Bailey die klassischen Begleiter des Abends: Lackschuhe, schwarze Fliege, weißes Hemd und einen Fransenschal. Wir finden: eine gelungene Weiterentwicklung der klassischen Herrengarderobe – wobei wir bei Jonathan Bailey vielleicht ohnehin etwas befangen sind.
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Flop: Da ist Damian Hardung schon einer der wenigen Deutschen, die beim offiziellen Eröffnungsabend vertreten sind, und dann kleidet er sich ausgerechnet mit einem Leinenanzug. Der aus der Teenie-Serie „Maxton Hall“ bekannte Schauspieler erscheint in einem grauen Zweiteiler aus dem Hause Armani, der aufgrund der Kombination aus Material und Farbe leider eher nach einem lieblos in die Ecke geknüddelten Kartoffelsack als nach Glamour aussieht. Dazu trägt Hardung ein weißes Untershirt, dessen tiefer V-Ausschnitt vermutlich als lässige Variation klassischer Herrenmode gedacht war, in der Realität aber eher wirkt, als wolle der 27-Jährige seine Brustmuskeln demonstrativ zur Schau stellen.
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Flop: Engelchen oder Teufelchen? Bianca Balti entscheidet sich auf dem roten Teppich offenbar für beides – und schießt dabei ein kleines bisschen übers Ziel hinaus. In puderrosa Satin von Ilya Migmoon inklusive dramatischer Schleppe, setzt das italienische Model auf großen Märchen-Glamour. Das Korsettoberteil mit spitzen Cups und skulptural geformter Hüfte liefert zwar einen spannenden Kontrast zu ihrer eleganten Ausstrahlung. Doch die rosa Engelsflügel auf dem Rücken machen aus dem Look endgültig eine sehr wörtliche Interpretation von „himmlisch“.
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Top: Supermodel Alessandra Ambrosio beweist in All Black, wie mühelos Red-Carpet-Glamour aussehen kann. Die Brasilianerin setzt auf eine figurbetonte Satin-Robe mit tiefdekolletiertem Bustier von Intimissimi – und spielt dabei ganz lässig ihre Dessous-Model-Erfahrung aus. Funkelnder Diamantschmuck und sanfte Waves liefern das perfekte Finish. Fazit: Die 2000er mögen vorbei sein, Ambrosios Gespür für den großen Auftritt ganz sicher nicht.
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Flop: „Ink“-Darstellerin Claire Foy nimmt den roten Teppich in ihrem Look von Bottega Veneta offenbar besonders wörtlich: In ihrer maßgeschneiderten Bottega-Veneta-Robe, dazu ellenlange rote Lederhandschuhe und Lippenstift im identischen Ton, verschmilzt sie beinahe mit dem Teppich unter ihren Füßen. Auch der etwas unentschlossene Ausschnitt und die, auf dem Bauch zum Knoten gebundene Raffung der Robe, wirken eher zufällig als raffiniert. Vielleicht gar nicht so schlecht, dass der Look mit der Kulisse konkurriert – oder besser gesagt: darin verschwindet.
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