Die Ermittlungen zur Tötung eines Borneo-Elefanten im malaysischen Bundesstaat Sabah kommen nicht voran. Das sagte Sabahs Minister für Tourismus, Kultur und Umwelt, Jafry Ariffin, am Sonntag der Tageszeitung The Star. Neue Hinweise lägen bislang nicht vor.
Kadaver mit fehlenden Stoßzähnen im Waldreservat
Der ausgewachsene Elefant war am 18. Mai in einem Waldreservat im Bezirk Tongod tot aufgefunden worden. An Gesicht und Maul wurden L-förmige Schnitte festgestellt, Teile des Kopfes und die Stoßzähne fehlten, wie The Star unter Berufung auf die Wildtierbehörde von Sabah berichtet. Die Behörde vermutet Elfenbein-Wilderer hinter der Tat.
Die Tötung habe sich mitten im Dschungel ereignet, sagte sagte Jafry Ariffin laut The Star. Die Ermittler seien deshalb auf Hinweise aus dem Umfeld angewiesen; das brauche Zeit. Erschwerend komme hinzu, dass die fehlenden Kopfteile und Stoßzähne möglicherweise weit entfernt vom Fundort versteckt worden seien.
Der Direktor der Wildtierbehörde von Sabah, Mohd Soffian Abu Bakar, sagte laut The Star, Plantagenarbeiter, Plantagenbetreiber und Anwohner unterstützten die Ermittlungen. Die Behörde arbeite in dem Fall mit der Polizei und weiteren für Wildtierkriminalität zuständigen Stellen zusammen.
WWF sieht Hinweise auf organisierte Wilderei
Die Umweltorganisation WWF Malaysia wertet die Tötung des Elefanten als Warnsignal. Geschäftsführerin Sophia Lim sagte gegenüber The Star, der Fall sei nicht isoliert zu betrachten. Die Indizien deuteten auf Organisierte Kriminalität im Elfenbeinhandel hin. Nötig seien eine härtere Strafverfolgung, eine bessere Abstimmung der Behörden und ein schnellerer Informationsaustausch.
Der Borneo-Elefant ist eine kleinwüchsige Unterart des Asiatischen Elefanten und kommt nur im Nordosten Borneos vor. Die Weltnaturschutzunion IUCN führt ihn seit 2024 als stark gefährdet; sie verweist auf einen Bestandsrückgang von mindestens 50 Prozent über drei Elefantengenerationen. Hauptursachen sind der Verlust und die Zerschneidung von Lebensräumen durch Holzeinschlag, Plantagen, Bergbau und Infrastrukturprojekte. Dadurch geraten die Tiere häufiger in Plantagen und Siedlungsräume, wo es zu Konflikten mit Menschen kommt.
Sharon Koh, Leiterin der Einheit für Wildtierschutz bei WWF Malaysia, sagte, Sabahs Wälder seien weitläufig und schwer zu überwachen; eine lückenlose Kontrolle sei deshalb kaum möglich. Nach Schätzungen der Organisation leben in Sabah noch rund 1000 Borneo-Elefanten. Jeder Verlust falle daher ins Gewicht.
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