Tadej Pogačar (UAE Team Emirates-XRG) gewinnt die 19. Etappe der Tour de France auf Alpe d’Huez. Der Mann im Gelben Trikot fährt den 13,8 Kilometer langen Schlussanstieg in 35:27 Minuten hinauf. Damit unterbietet er den bisherigen Rekord von Marco Pantani aus dem Jahr 1995 um mehr als eine Minute.
Pogačar erreicht nach 127,9 Kilometern von Gap nach Alpe d’Huez das Ziel sechs Sekunden vor Lenny Martinez und neun Sekunden vor Richard Carapaz. In der Gesamtwertung liegt der Slowene nun 7:11 Minuten vor Remco Evenepoel. Isaac del Toro bleibt Dritter.
Kanter erlebt die 21 Kehren ohne Zeitdruck
Für Max Kanter (XDS Astana Team) zählt an diesem Tag erneut das Zeitlimit. Der Wahl-Pirnaer hält sich lange im Feld und lässt am Col d’Ornon, der vorletzten Bergwertung, abreißen. Dadurch entsteht für ihn auf dem Schlussanstieg kein großer Zeitdruck mehr.
Kanter erreicht das Ziel als 128. mit 29:33 Minuten Rückstand. In der Punktewertung bleibt er mit 271 Zählern Vierter. „Wir konnten Alpe d’Huez auch etwas genießen“, sagt Kanter zur OAZ. „Gerade auf den letzten paar Kilometern war die Atmosphäre echt atemberaubend. Das wird man sein ganzes Leben lang nicht vergessen.“
Klare Sache: Tadej Pogačar knackt den mehr als drei Jahrzehnte alten Rekord hoch nach Alpe d’Huez.
© Pierre Teyssot/imago
Schon die Etappe am Donnerstag steckt ihm in den Beinen. Kanter beschreibt sie als „ziemlich hart“. Seine Gruppe muss den ganzen Tag zusammenbleiben und gleichmäßig fahren, damit der Rückstand nicht zu groß wird. Auch dort gerät das Zeitlimit am Ende nicht in Gefahr.
Tejada fährt für Astana auf Rang zehn
Sportlich freut sich Kanter über seinen Teamkollegen Harold Tejada. Der Kolumbianer hält sich lange bei den stärksten Kletterern und wird mit 3:22 Minuten Rückstand Zehnter. „Das I-Tüpfelchen ist, dass Harold heute ein echt starkes Ergebnis für das Team einfährt“, sagt Kanter. „Ein weiteres Top-Ten-Resultat für uns. Er war echt superstark.“
Pogačar profitiert auf dem Weg zu seinem Sieg auch von der Arbeit anderer Mannschaften. Martinez fährt in der großen Ausreißergruppe und bedroht die Platzierungen mehrerer Klassementfahrer. Deshalb beteiligen sich Red Bull-Bora-hansgrohe und Lidl-Trek an der Nachführarbeit. Am Schluss sammelt Pogačar dennoch alle Fahrer vor ihm ein.
Rubio prallt auf ein Teamfahrzeug
Überschattet wurde der Tag von einem Auffahrunfall von Einer Rubio (Movistar Team). Der Kolumbianer prallt ungebremst auf das Heck eines Teamfahrzeuges, welches abrupt aufgrund eines Fans auf der Strecke bremsen musste.
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Sein Team berichtet zunächst von Schnittverletzungen und Schwellungen. Schwerere Kopfverletzungen sind bislang nicht bekannt, der Kletterer bleibt aber unter Beobachtung.
Die Königsetappe bringt 5.450 Höhenmeter
Am Samstag wartet die schwerste Bergetappe dieser Tour. Die 170,9 Kilometer von Le Bourg-d’Oisans nach Alpe d’Huez summieren sich auf 5.450 Höhenmeter. Über den Col de la Croix de Fer, den Col du Télégraphe und den Col du Galibier führt der Weg zum Col de Sarenne und erneut hinauf zum Ziel.
Für die Klassementfahrer geht es um das Podium. Für Kanter heißt es noch einmal, seine Kräfte einzuteilen und innerhalb des Zeitlimits zu bleiben. Danach trennt ihn nur noch die Fahrt nach Paris vom Ende seiner ersten Tour de France.
Die OAZ begleitet Max Kanter über alle 21 Etappen.
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