Alltagsheld

„Training, kein Spielplatz“: Wie ein Ex-Polizist Kinder aufs Leben vorbereitet

Grigori Winizki ist Karate-Weltmeister. Von Helikopter-Pädagogik hält er nur wenig – er erteilt seinen Schützlingen lieber Lektionen fürs Leben. Wie macht er das?

Alexander Schumann
8 Min
Trainiert zu Stärke: Sensei Grigori Winizki, der Begründer des Samurai Fight Teams Leipzig

Trainiert zu Stärke: Sensei Grigori Winizki, der Begründer des Samurai Fight Teams Leipzig

© Alexander Schumann

Im Raum stehen unzählige Pokale, Medaillen und gerahmte Zertifikate hängen an den Wänden. Mittendrin – ein riesiges Bild, das den Hausherrn in Übergröße und entschlossener Pose zeigt. Wer das Dōjō des Samurai Fight Teams in Leipzig betritt, spürt sofort, dass hier ein anderer Wind weht als in vielen anderen, modernen Freizeiteinrichtungen. Dieses Dōjō – was frei übersetzt so viel heißt wie „Ort des Weges“ – macht seinem Namen alle Ehre. Vor den großen, aufmerksamen Kinderaugen steht Grigori Winizki. Der 40-Jährige zeigt und korrigiert nicht nur Tritte und Würfe, er vermittelt Lebenslektionen. Gerade erklärt er mit ruhiger, aber unmissverständlicher Stimme, wie man den Kimono, den klassischen Kampfanzug, nach dem Training sauber zusammenlegt, damit er am nächsten Tag nicht völlig zerknittert ist. Auch körperliche Hygiene wird hier rigoros eingefordert. „Wenn du dich pflegst, auf dich achtest, begegnet dir dein Gegenüber automatisch mit mehr Respekt“, sagt der Trainer. Die Kinder glauben ihm jedes Wort. Sie respektieren ihren Sensei zutiefst – nicht wegen starrer Befehle, sondern wegen seines Könnens und seiner Präsenz.

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