Transnet-Vorsitzender Kirchner: Brief von Konzernchef Mehdorn an die Mitarbeiter reicht nicht aus

Gewerkschaft besteht auf Entschuldigung der Bahn

Matthias Loke Peter Kirnich
2 Min

BERLIN. Die Gewerkschaft Transnet hat mit Empörung auf die Nachricht reagiert, dass die Deutsche Bahn auch 2005 ihre Mitarbeiterschaft einem Datenabgleich unterzog. "Der ganze Vorgang muss jetzt endlich einmal komplett auf den Tisch", sagte der Chef der Bahngewerkschaft Transnet, Alexander Kirchner, der Berliner Zeitung. "Wir haben jetzt genug von Eichhörnchen, Uhu und Babylon", sagte er in Anspielung auf die Codenamen für die Überprüfungsaktionen.Bahnchef Hartmut Mehdorn entschuldigte sich gestern vor Bekanntwerden des größeren Ausmaßes des Datenskandals bei seiner Belegschaft für die Überprüfung von 173 000 Mitarbeitern in den Jahren 2002 und 2003. In einem der Berliner Zeitung vorliegenden Mitarbeiterbrief schreibt er: "Aus heutiger Sicht waren wir hier übereifrig, und es gab eine falsch verstandene Gründlichkeit." Es sei nicht nötig gewesen, "den Kreis der Mitarbeiter, die in den Datenabgleich einbezogen wurden, so weit zu ziehen". Zudem sei es ein Fehler gewesen, "dass wir das Screening-Verfahren nicht mit den Arbeitnehmervertretern besprochen und klar geregelt haben", räumte der Bahn-Chef ein. "Wenn dadurch der Eindruck entstanden sein sollte, der Vorstand misstraue den Mitarbeitern, dann bedaure ich das ausdrücklich."Transnet-Chef Kirchner zeigte sich enttäuscht von dem Brief des Bahnchefs. Dieser sei zwar ein erster Schritt auf die Belegschaft zu, "aber keineswegs zufriedenstellen. Es fehlt immer noch eine Entschuldigung, die klare Ansage, wir haben da was falsch gemacht und dafür entschuldigen wir uns."Der Deutsche Gewerkschaftsbund sagte zu den Massen-Datenabgleichen: "Umso dringender ist die Notwendigkeit eines Arbeitnehmer-Datenschutzgesetzes, um diesen Auswüchsen endlich Einhalt gebieten zu können."Bahn-Chef Hartmut Mehdorn wies die Vorwürfe zurück, er habe über das Vorgehen des Konzerns nicht vollständig informiert. Sein Verhalten sei "keine Salamitaktik, sondern entspricht dem natürlichen Gang sehr schwieriger Ermittlungen", erklärte er gestern Abend. Weiter hieß es in einer Mitteilung, man habe in einer Sitzung des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrates am 30. Januar 2009 "über den bis dahin letzten Stand" der Ermittlungen unterrichtet, "unter anderem auch über einen weiteren Datenabgleich aus dem Jahre 2005, der im Rahmen der Sitzungsvorbereitung bekannt geworden war". (mit ml.)------------------------------Foto : Bahnchef Hartmut Mehdorn gerät zunehmend in Bedrängnis.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner