Mit Tempo 400 soll der Transrapid im kommenden Jahrzehnt zwischen Münchner Hauptbahnhof und Flughafen schweben. Bei Tempo null sind offenbar derzeit die Planungsarbeiten und die Verhandlungen über die Finanzierung dieses Prestige-Projektes angekommen. Was die Deutsche Bahn dazu veranlasst hat, erstmals auch über einen Ausstieg aus dem Projekt nachzudenken.Vor einigen Wochen hatte bereits ThyssenKrupp - das den Transrapid zusammen mit Siemens baut - dem Bund und Bayern ein Ultimatum gestellt: Wenn es bis 2008 nicht zu einem positiven Votum kommen sollte, dann werde ThyssenKrupp darüber nachdenken, die Technologie ganz nach Fernost zu verlagern.Das Problem: Wenn die bereits begonnenen Planungsarbeiten nicht zügig fertig gestellt werden und zwischen Planfeststellung und Baubeginn eine zu große Lücke klafft, muss alles wieder von vorn beginnen. Ursprünglich waren 1,85 Milliarden Euro für die 36 Kilometer lange Transrapidstrecke veranschlagt. 550 Millionen hat der Bund dafür im Haushalt abgesichert, 300 Millionen Euro will Bayern zahlen, mit 185 Millionen Euro ist die Bahn dabei - wer die restlichen 815 Millionen beisteuert, ist unklar.Dass sich Bund und Bayern einfach nicht einigen können, lässt vermuten, dass sie selbst nicht von dem Projekt überzeugt sind. Die Politiker sollten zügig Klarheit schaffen und sich für oder gegen das Projekt entscheiden.Schlimm wäre es, die Fehler bei den früheren Strecken Berlin-Hamburg und im Ruhrgebiet wiederholten sich: Da wurde lange verhandelt, viel Geld für die Planung verpulvert - und am Ende alles abgeblasen. In München sieht es ganz nach einem Déjà-vu aus.
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