USA

Trauerfeier für Charlie Kirk: Trump sitzt neben Musk, Erika Kirk vergibt dem Schützen

Mehr als 60.000 Menschen kamen am Sonntag zur Trauerfeier für den getöteten rechten Aktivisten, darunter auch zahlreiche prominente Gäste. Trump beschwört den Hass auf seine politischen Gegner.

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Erika Kirk lehnt an Donald Trumps Schulter

Erika Kirk lehnt an Donald Trumps Schulter

© Julia Demaree Nikhinson/AP

Elf Tage nach dem tödlichen Attentat auf den rechten US-Aktivisten und Podcaster Charlie Kirk haben sich mehr als 60.000 Menschen zu einer Trauerfeier in Glendale im US-Bundesstaat Arizona versammelt. Laut US-Medien verfolgten Tausende weitere die Veranstaltung am Sonntag außerhalb auf Großleinwänden. Dabei kam es zu einigen versöhnenden Gesten – US-Präsident Donald Trump bekannte sich jedoch auch zum „Hass“ auf seine linken Gegner.

Charlie Kirks Witwe, Erika Kirk, mahnte zuvor: „Die Antwort auf Hass ist nicht Hass.“ Die Antwort des Evangeliums sei Liebe. Deshalb vergebe sie dem Attentäter. „Das ist es, was Christus getan hat und was Charlie tun würde“, betonte die frühere Miss Arizona, in Weiß gekleidet und mit einem Kreuz auf der Brust. Die Staatsanwaltschaft hatte für den Tatverdächtigen die Todesstrafe gefordert.

Trump entschuldigt sich: „Sorry, Erika“

Trump sprach nach Erika Kirk als Schlussredner der rund sechsstündigen Veranstaltung. Der 79-Jährige machte schnell deutlich, dass er ihrem Appell nicht folgen wird. Charlie Kirk sei ein „Missionar mit einem edlen Geist“ gewesen, der seine Gegner nicht gehasst habe. „Da stimme ich mit Charlie nicht überein: Ich hasse meinen Gegner, und ich will nicht das Beste für ihn“, bekannte Trump.

Anders als Kirk spreche er auch nicht von gegnerischen „Linken“, sondern nenne sie „radikale Linke“, manchmal sogar „radikale linke Spinner“, fuhr Trump fort. „Es tut mir leid, Erika“, sagte er an die Witwe gerichtet in einem selten dagewesenen Moment einer öffentlichen Entschuldigung. „Charlie ist wütend. Sieh nur, er ist jetzt wütend auf mich“, sagte der Präsident. Am Schluss nahm er Erika Kirk in die Arme und deutete gen Himmel.

Trump griff zudem die Wortwahl George W. Bushs nach den Anschlägen vom 11. September 2001 auf und nannte das Attentat auf Kirk einen „Angriff auf die Vereinigten Staaten von Amerika“. Der Täter habe die Waffe gegen Kirk gerichtet, „aber die Kugel zielte auf uns alle“, betonte Trump. Er nannte Demonstranten „bezahlte Agitatoren“, sprach von, „Radikalen und ihren Verbündeten in den Medien“ und drohte Chicago erneut mit einem Einsatz der Nationalgarde.

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Nach öffentlichem Streit: Donald Trump sitzt neben Elon Musk

Trotz seines Bruchs mit Trump war auch Tech-Milliardär Elon Musk bei der Trauerfeier für den getöteten rechten Aktivisten Charlie Kirk mit dabei. Das Weiße Haus postete im Anschluss an die Feier ein Foto davon, wie Trump und Musk zusammensitzen und sich unterhalten. Dazu schrieb es: „Für Charlie.“ Auf Live-Bildern von der Trauerfeier war zu sehen, dass sie sich etwas später die Hand gaben und Musk ging.

Musk spendete im vergangenen Jahr mehr als 250 Millionen Dollar für Trumps Wahlkampf. In den ersten Monaten von Trumps Amtszeit wurde er zu einem engen Vertrauten des Präsidenten und war auch immer wieder im Weißen Haus zu sehen. Doch dann kam das Zerwürfnis nach einem zum Teil öffentlich ausgetragenen Streit um ein von Trump vorangetriebenes Haushaltsgesetz. Musk beschränkt seine politische Aktivität seitdem darauf, auf seiner Online-Plattform X rechte Ansichten zu vertreten.

Trump kündigte verschärftes Vorgehen gegen politische Gegner an

Bereits unmittelbar nach Kirks Tod hatte Trump „radikale Linke“ dafür verantwortlich gemacht. Seitdem kündigte er ein verschärftes Vorgehen gegen politische Gegner und kritische Medien an. Der frühere Präsident Barack Obama von der Demokratischen Partei hatte Trump nach dem Attentat vorgeworfen, die USA weiter zu polarisieren, statt das Land zu versöhnen. „Wir sind an einem Scheidepunkt“, mahnte Obama.

Am Vorabend der Trauerfeier rief Trump Justizministerin Pam Bondi auf, gegen führende Vertreter der Demokraten vorzugehen, die in der Vergangenheit an Ermittlungen gegen ihn beteiligt waren. Der Minderheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, sagte daraufhin, die USA seien unter Trump auf dem „Weg zur Diktatur“.

Bei der religiös aufgeladenen Trauerfeier für Charlie Kirk gab es außer Erika Kirks Rede und Trumps Zusammenkunft mit Musk wenige Hinweise darauf, wie die US-Bürgerinnen und Bürger wieder zusammenfinden könnten. Stattdessen riefen einige Redner im Namen Kirks zu einer „spirituellen Kriegsführung“ gegen Andersdenkende auf oder appellierten an die Menge: „Wir haben ein Land zu retten!“ Trump selbst fasste Kirks Verdienste so zusammen: „Unser größter Evangelist für amerikanische Freiheit wurde unsterblich. Er ist jetzt ein Märtyrer für die amerikanische Freiheit.“

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