Iran-Krieg

Trauerwoche: Iran bahrt getöteten Chamenei in Teheran auf

Vier Monate nach dem Luftangriff ist der Sarg des früheren Obersten Führers in der Großen Mosalla aufgebahrt. Chamenei soll in seiner Geburtsstadt Maschhad beigesetzt werden.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Der Sarg des früheren Obersten Führers wurde in Teheran aufgebahrt.

Der Sarg des früheren Obersten Führers wurde in Teheran aufgebahrt.

© Stringer/imago

Im Iran haben am Freitag die Trauerfeierlichkeiten für den früheren Obersten Führer Ayatollah Ali Chamenei begonnen. Der Sarg mit dem Leichnam sei am Morgen in die Moschee Große Mosalla in Teheran gebracht und in der Haupt-Gebetshalle aufgebahrt worden, meldete die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA.

Neben Chamenei würden auch mit ihm getötete Familienangehörige aufgebahrt, darunter seine Tochter, sein Schwiegersohn und ein Enkelkind, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters aus Teheran.

Chamenei war am 28. Februar bei einem gemeinsamen Luftangriff der USA und Israels auf sein Anwesen ums Leben gekommen. Es war der erste Luftangriff des Krieges. Der 86-Jährige war 37 Jahre lang im Amt gewesen. Die im Islam eigentlich binnen eines Tages vorgesehene Bestattung sei wegen der Kampfhandlungen verschoben und erst nach dem im Juni vereinbarten vorläufigen Waffenstillstand angesetzt worden, so Reuters.

Zeremonien im Iran und im Irak

Nach Darstellung von IRNA und Al Jazeera ist die Aufbahrung in Teheran am Samstag und Sonntag für die Öffentlichkeit zugänglich. Am Montag sei ein Trauerzug durch die Hauptstadt geplant, am Dienstag sollen Zeremonien in Ghom folgen. Die rund 120 Kilometer südlich von Teheran gelegene Stadt gilt als geistliches Zentrum des schiitischen Islam im Iran und beherbergt die größten Religionsseminare des Landes, in denen auch Chamenei studiert hatte.

Am Mittwoch würden die schiitischen Pilgerstädte Nadschaf und Kerbela im Irak Station der Trauerfeier sein, bevor Chamenei am Donnerstag in Maschhad nahe dem Schrein des Imam Reza beigesetzt werde. Chamenei war in Maschhad geboren.

An der Zeremonie in Teheran nahmen laut Reuters unter anderem der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew, der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif und der irakische Präsident Nizar Amidi teil. Anwesend gewesen seien auch Angehörige des durch einen israelischen Angriff getöteten Hisbollah-Anführers Hassan Nasrallah. IRNA zufolge reisten zudem Vertreter islamischer Zentren aus Italien, den Niederlanden, Großbritannien, Dänemark und Österreich an.

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Erste Staatszeremonie unter Nachfolger

Es ist die erste große Staatszeremonie unter Chameneis Nachfolger und Sohn Mojtaba Chamenei. Dieser sei seit Kriegsbeginn nicht öffentlich in Erscheinung getreten und bei dem Angriff auf seinen Vater verletzt worden, berichteten Agenturen.

Laut Reuters haben die Behörden für die Trauerwoche Millionen Teilnehmer mobilisiert und stellen Transport, Verpflegung und Unterkünfte bereit. Teheran habe die USA und Israel vor Angriffen während der Trauerfeierlichkeiten gewarnt. In der Hauptstadt seien Straßen weiträumig abgesperrt worden, Militär- und Polizeifahrzeuge sicherten die Hauptverkehrsachsen.

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