Ausgrabung

Troja: Archäologen finden 2800 Jahre alte Knochenflöte

Archäologen haben in Troja eine 2800 Jahre alte Knochenflöte entdeckt – laut Kulturministerium das erste Instrument der Stätte.

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Knochenflötenfragment aus der Troja-Ausgrabungsstätte

Knochenflötenfragment aus der Troja-Ausgrabungsstätte

© Türkisches Kulturministerium

In Troja haben Archäologen eine rund 2800 Jahre alte Flöte aus Knochen gefunden. Erhalten sind das Mundstück und ein kurzes Stück mit einem Griffloch. Der türkische Kulturminister Mehmet Nuri Ersoy gab den Fund auf X bekannt: Es sei das erste und einzige Musikinstrument, das in über 160 Jahren Grabungen in Troja entdeckt wurde.

Die Fundschicht stammt aus dem 8. Jahrhundert v. Chr., die Ausgräber ordnen sie der archaischen Zeit zu – Jahrhunderte nach dem mutmaßlichen Trojanischen Krieg. Die Flöte erzählt also nicht von Achill und Hektor, sondern vom Alltag der Menschen, die später dort lebten. Dass bisher kein Instrument identifiziert wurde, dürfte auch am Material liegen: Knochen, Holz und Rohr vergehen im Boden schneller als Stein und Ton.

Grabungen in Troja: Von Schliemann bis Aslan

Troja lag nach Einschätzung vieler Fachleute bei Hisarlık im Nordwesten der heutigen Türkei. Gegraben wird dort seit dem 19. Jahrhundert, ab 1870 unter Heinrich Schliemann, der dabei auch viel zerstörte. Er berichtete schon von Knochenflöten und dem Teil einer Leier, deren Deutung aber unsicher ist. Seit 2013 leitet Rüstem Aslan von der Çanakkale-Onsekiz-Mart-Universität die Grabungen. Die Stätte ist seit 1998 Unesco-Welterbe.

Musik in der „Ilias“: Leier, Flöten und Hochzeitsfest

Musik kommt auch in der „Ilias“ vor, in der Homer vom zehnten Kriegsjahr vor Troja singt. Achill vertreibt sich die Zeit mit dem Leierspiel, auf seinem Schild wird eine Hochzeit mit Flöten und Leiern gefeiert. Und der Griechenführer Agamemnon hört aus dem trojanischen Lager Flöten und Pfeifen, er wird sie mit seinen Mannen und dem Pferde-Trick verstummen lassen.

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Wie gesagt, die Flöte stammt nicht aus den Zeiten des Trojanischen Krieges, aber ungefähr aus jenen Jahren, in denen nach Ansicht vieler Forscher auch die „Ilias“ entstand. Es ist viel daran umstritten – auch, ob Troja wirklich bei Hisarlık lag. Sicher aber ist: Irgendwo an diesem Ort hat vor 2800 Jahren jemand in eine Knochenflöte geblasen.

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