Alles ist vorbereitet. Die rund 1500 Linienbusse der BVG wurden mit Technik ausgestattet, die es erlaubt, Tickets kontaktlos zu verkaufen. EC-Karten und anderes Plastikgeld werden akzeptiert, doch Bargeld soll im Bus zumindest vorerst nicht mehr angenommen werden. An vielen Bussen kleben schon die Piktogramme, die Fahrgäste auf die Kaufmöglichkeit hinweisen. Einer Öffnung der vorderen Bustüren, die seit Beginn des ersten Corona-Lockdowns vor mehr als 13 Monaten für Fahrgäste geschlossen sind, stünde nichts mehr entgegen – meint zumindest der BVG-Vorstand. Doch bei den Personalvertretern grummelt es hörbar.
Krankenstand nimmt zu
Sie reagieren auch deshalb zunehmend empfindlich, weil einige neuere Corona-Ansteckungen nach ihrer Darstellung auf Infektionswege innerhalb der BVG zurückzuführen seien. So hätten sich Werkstattmitarbeiter der Omnibus-Betriebshöfe Indira-Gandhi-Straße und Spandau mit dem Virus infiziert, wurde berichtet. Auch im U-Bahn-Bereich gebe es solche Fälle. Das Virus sei also in der BVG angekommen, hieß es. Zu den bisherigen Ansteckungen hieß es offiziell, dass diese außerhalb des Unternehmens stattgefunden hätten. Eva Kreienkamp sagte im Interview mit der Berliner Zeitung Ende März, dass sich bis dahin von den zirka 15.000 Beschäftigten rund 340 mit dem Virus infiziert hätten. Ein Straßenbahn- und ein Busfahrer sind gestorben.
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Weiterhin könne keine Entwarnung gegeben werden, warnen die Personalvertreter. Die Inzidenzwerte sind hoch, die dritte Welle rollt. Die Novellierung des Infektionsschutzgesetzes zeige, dass auch der Gesetzgeber die Lage unverändert als ernst einschätzt, so ein Personalrat. Dazu passe es nicht, den Vordereinstieg wieder für Fahrgäste zu öffnen und das Fahrpersonal zu gefährden.
Zuletzt sollte es am 22. März, dann am 12. April, später am 19. April so weit sein. Beide Male konnten Personalvertreter durchsetzen, dass der Plan wieder abgeblasen wurde. Doch am 3. Mai soll es nun endlich losgehen. Darauf pocht nicht nur die BVG-Chefin, sondern auch die Senatsverkehrsverwaltung. Weil seit Mitte März 2020 keine Fahrscheine mehr im Bus gekauft werden können, gingen der BVG immer mehr Fahrgeldeinnahmen verloren, heißt es dort. Im vergangenen Jahr musste das Land ein Defizit von rund 144 Millionen Euro ausgleichen. 2021 sollten die Ausfälle stärker begrenzt werden – so die Ansage des Senats. Die meisten Nahverkehrsbetriebe hätten ihre Bustüren längst wieder für die Kundschaft geöffnet. Beim Einkauf nach der Arbeit hätten die Mitarbeiter ein höheres Risiko als während des Dienstes, so die BVG.
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Für rund zwei Millionen Euro ließ die BVG ihre Busse wie berichtet in den Fahrerbereichen mit Schutzscheiben ausstatten, die das Personal vor Ansteckungen bewahren sollten. Diese Veränderungen der Fahrerarbeitsplätze wurden bislang von den Personalvertretern hingenommen. Doch jetzt, wo sich der Konflikt zuspitzt, wollen sie die „gesetzliche Karte“ ziehen, wie es am Freitag hieß. Für solche Fälle fordere das Personalvertretungsgesetz ein förmliches Verfahren, an dem die Personalvertretung zu beteiligen sei. „Unter anderem muss eine Gefährdungsbeurteilung erstellt werden“, sagte ein BVG-Mitarbeiter. Mit den Ergebnissen einer Studie der Technischen Universität Berlin ließe man sich nicht mehr abspeisen. Falls es keine Einigung gebe, erwäge die Personalvertretung eine Klage.
Auch beim Busfahrpersonal nehme die Unruhe zu, hieß es. Der Krankenstand habe die Zehn-Prozent-Marke überschritten. Setze sich der Trend fort, sei fraglich, ob alle Fahrten besetzt werden könnten. Erst zum 11. April hatte der Senat eine erneute Leistungsausweitung bei der BVG durchgesetzt.
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