Sechstes Spiel, sechster Dreier: Hertha BSC hat sich auch von Dynamo Dresden beim Siegeszug in der 2. Bundesliga nicht aufhalten lassen. Beim Vorletzten lagen die Berliner zunächst zurück, ließen sich davon aber genauso wenig beeindrucken, wie von einem unfassbaren Fehlschuss von Gustaf Nilsson. Der Isländer Jon Dagur Thorsteinsson drehte die Partie mit seinen beiden Treffern fast im Alleingang.
Paul Seguin zurück in der Startelf
Im Vergleich zum 3:1-Auswärtssieg beim VfL Osnabrück lief Paul Seguin nach abgesessener Gelb-Rot-Sperre wieder von Beginn an auf, an seiner Stelle saß Pascal Klemens nur auf der Bank. Auf weitere Wechsel verzichtete Trainer Stefan Leitl, der mit der Hertha in der vergangenen Saison beide Duelle gegen Dresden gewonnen hatte (2:0, 1:0).
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Ab der ersten Minute entwickelte sich im Rudolf-Harbig-Stadion ein rassiger Schlagabtausch, bei dem man den Unterschied zwischen dem Tabellenführer und dem Vorletzten kaum sehen konnte. Für den ersten Höhepunkt des Abends sorgte nach zehn Minuten ein Berliner – allerdings im Trikot von Dynamo Dresden. Patrice Covic fasste sich von der rechten Seite kommend ein Herz, zog nach innen, spielte einen schnellen Doppelpass mit Vincent Vermeij und traf noch leicht abgefälscht zur Führung der Gastgeber.
Ausgerechnet Covic, der zum ersten Mal überhaupt in der Dresdner Startelf stand, der neun Jahre in der Hertha-Jugend ausgebildet wurde und dessen Vater Ante einst sogar die Profis in der Bundesliga trainierte. Randnotiz: Sein bislang einziges Profitor hatte der 19-Jährige ebenfalls gegen einen Berliner Verein erzielt. In der vergangenen Saison traf er noch im Trikot von Werder Bremen beim 4:1-Auswärtssieg in der Alten Försterei gegen den 1. FC Union Berlin in der Bundesliga.
Oluwaseun Adewumi (l., gegen Dresdens Niklas Hauptmann) war einmal mehr Aktivposten in der Hertha-Offensive.
© IMAGO/Michael Taeger
Die Hertha erholte sich allerdings schnell von diesem Nackenschlag. Im Stile einer Spitzenmannschaft behielt die Leitl-Elf den Kopf oben, verlor nicht die Nerven und glich nach 29 Minuten aus. Thorsteinsson wurde vor dem Strafraum der Hausherren nicht richtig angegriffen, legte sich den Ball zurecht und traf durch die Beine von Nicolai Rapp zum 1:1-Ausgleich.
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Leitl wechselte zur Pause, brachte den Schweden Gustaf Nilsson in der Spitze für Sebastian Grönning und sah von außen, wie der neue Mann nur kurz nach seiner Hereinnahme eine XXL-Chance vergab. Oluwaseun Adewumi hatte sich mit Tempo und Entschlossenheit auf der rechten Seite durchgesetzt und Nilsson mustergültig bedient. Der Stürmer schaffte es aber, die Kugel aus drei Metern über das Tor zu bugsieren. Ein Fehlschuss für den Jahresrückblick.
Kurz darauf lag der Ball dann im Dresdner Tor, beim Abschluss von Adewumi hatte sich der Torschütze allerdings selbst den Ball gegen die Hand geköpft. Schiedsrichter Christian Dinger nahm den Treffer nach Hinweis vom Video-Assistenten zurück (57.).
Jon Dagur Thorsteinsson schnürt den Doppelpack
Bei den Gastgebern ließen die Kräfte nun merklich nach, Hertha war drückend überlegen und drängte auf den Führungstreffer. Der gelang schließlich Thorsteinsson mit einem überlegten und wuchtigen Schuss ins kurze Eck (80.). Dresdens Torhüter Tim Schreiber machte sich lang, konnte den Einschlag aber nicht verhindern.
Nach sechs Spieltagen hat die Alte Dame schon sieben Punkte Vorsprung auf Platz vier. Ein komfortables Polster, das der Spitzenreiter nach der Länderspielpause verteidigen, am liebsten natürlich noch weiter ausbauen möchte. Nächster Gegner ist am 11. Oktober (13.30 Uhr) Greuther Fürth.
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