Die Europäische Zentralbank (EZB) hält ihre Leitzinsen vorerst unverändert. Der für Sparer wichtige Einlagenzins bleibt bei 2,0 Prozent, wie die Notenbank in Frankfurt am Main mitteilte. Es ist die siebte Zinspause in Folge. Der Hauptrefinanzierungssatz liegt weiterhin bei 2,15 Prozent, der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,40 Prozent.
Die EZB erklärte, sie sei „fest entschlossen“, die Inflation mittelfristig beim Zielwert von 2,0 Prozent zu stabilisieren. Zuletzt hätten sich die Aufwärtsrisiken für die Inflation und die Abwärtsrisiken für das Wachstum erhöht. „Je länger der Krieg anhält und je länger die Energiepreise auf hohem Niveau bleiben, desto stärker wird sich dies voraussichtlich auf die allgemeine Inflation und die Wirtschaft auswirken“, teilte die Notenbank mit.
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Der Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs hat die Verbraucherpreise im Euroraum spürbar nach oben getrieben. Im April lagen sie nach einer ersten Schätzung der Statistikbehörde Eurostat um 3,0 Prozent über dem Vorjahresniveau, im März betrug die Teuerungsrate 2,6 Prozent. In Deutschland lag die Inflation zuletzt bei 2,9 Prozent. Ökonomen befürchten, dass die hohen Energiepreise auf weitere Waren und Dienstleistungen übergreifen.
Für Sparer bringt die Entwicklung gemischte Nachrichten. Seit Beginn des Iran-Kriegs sind die Festgeldzinsen so stark gestiegen wie seit 2023 nicht mehr, wie eine Analyse des Vergleichsportals Verivox ergab. Anlagen mit zwei Jahren Laufzeit bringen demnach im Schnitt 2,25 Prozent, bei fünfjährigem Festgeld sind es 2,37 Prozent. Da die Inflation jedoch höher liegt, verlieren Sparer unter dem Strich an Kaufkraft.
An den Finanzmärkten wird bis Jahresende mit drei Leitzinserhöhungen um je 0,25 Prozentpunkte gerechnet. Höhere Leitzinsen würden Kredite für Verbraucher und Unternehmen verteuern, könnten aber die Inflation dämpfen. Der EZB-Rat sei „weiterhin gut gerüstet“, um die Lage zu bewältigen, und werde die Entwicklung „genau beobachten“, hieß es. Entschieden werde von Sitzung zu Sitzung auf Basis aktueller Daten. (mit dpa und AFP)
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