Die Straßenbahn wird im Stau stehen und die Anwohner in den Wohnstraßen rings um die Invalidenstraße in Mitte müssen mit mehr Verkehr und Lärm rechnen. Das prognostiziert der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), wenn der Senat seine Planungen umsetzt und die Invalidenstraße als Teil des inneren Straßenrings ausbaut. Obwohl der Senat auf Kritik reagiert und seine Pläne geändert hat, hält der BUND die Änderungen für unzureichend. "Im östlichen Teil der Invalidenstraße zwischen Chausseestraße und Nordbahnhof gibt es immer noch vier Fahrspuren. Dort werden die Grenzwerte für Feinstaub überschritten. Das ist unzulässig", sagt Martin Schlegel, Verkehrsreferent des BUND.Der Ausbau der Invalidenstraße mit zwei Fahrspuren je Richtung und Radfahrstreifen, der 2010 beginnen wird, soll zusammen mit der Verlängerung der Straßenbahnstrecke zum Hauptbahnhof erfolgen. Nadelöhr ist der östliche Abschnitt. Dort haben Anlieger Klagen wegen der Feinstaubbelastung angekündigt. Um die Auseinandersetzung zu verhindern, hat der Senat umgeplant. Zwar gibt es in der Invalidenstraße weiter vier Fahrspuren, ein Teil des Autoverkehrs in westlicher Richtung soll aber über die Zinnowitzer Straße geführt werden, wie es der BUND vorgeschlagen hatte. "Wir fordern, dass die Straßenbahn Richtung Hauptbahnhof eine eigene Trasse erhält", sagt Schlegel. Dann würden auch die Feinstaubrichtlinien eingehalten und die Anwohner auf Klagen verzichten.Streit droht dafür in anderen Straßen. Laut Senatsgutachten soll der Verkehr durch den Umbau der Invalidenstraße in einigen Nebenstraßen zunehmen. Etwa in der Novalisstraße von heute 3 000 Fahrzeugen pro Tag auf künftig 3 800. "Es kann nicht sein, dass die Verkehrsplanung in der Invalidenstraße zu einer Lärmbelastung der Menschen in einem reinen Wohnviertel wird", sagt Benno Pilardeaux aus der Novalisstraße. Mehr als 20 Anwohner haben Einwendungen gegen die Senatsplanung geschrieben, was noch bis 25. Juni möglich ist. "Wir organisieren uns jetzt, wir haben Anwälte dabei", sagt Pilardeaux. Klagen gegen den Senat hält er für möglich.
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