Energiewende

Trotz Windstrom-Rekord: Deutschlands Strompreis schießt von 82 auf 171 Euro

Reichlich Windstrom, aber kaum noch negative Preise: Teures Gas und neue Regeln verändern Deutschlands Strommarkt. Was bedeutet das im Winter für Verbraucher?

6 Min
Windräder am Stromnetz: Trotz hoher Produktion stieg der durchschnittliche deutsche Großhandelspreis im Oktober auf 171 Euro je Megawattstunde.

Windräder am Stromnetz: Trotz hoher Produktion stieg der durchschnittliche deutsche Großhandelspreis im Oktober auf 171 Euro je Megawattstunde.

© Jan Woitas/dpa

Neue Daten der Strombörse Epex Spot zeigen eine überraschende Entwicklung: Trotz ungewöhnlich hoher Windstromproduktion hat sich der durchschnittliche deutsche Großhandelspreis binnen eines Jahres von 82 auf rund 171 Euro je Megawattstunde mehr als verdoppelt.

Im Monatsdurchschnitt lag die Windstromerzeugung im Oktober zehn Prozent über dem Mittel der vergangenen fünf Jahre; am 23. Oktober erreichte sie sogar einen Rekord. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Zugleich verschwanden negative Börsenpreise im Oktober fast vollständig: Der Day-Ahead-Preis fiel nur zwei Stunden unter null, ein Jahr zuvor waren es noch 48 Stunden. Große Mengen Wind- und Solarstrom drücken die Börsenpreise normalerweise regelmäßig ins Minus. Im Oktober war dieser Effekt trotz der hohen Windstromproduktion kaum zu beobachten. Dahinter stehen hohe Gaspreise und Veränderungen im Stromsystem, die über den Winter hinausreichen könnten.

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