US-Präsident Donald Trump hat erklärt, eine Absichtserklärung zur Beendigung des Kriegs mit Iran sei „weitgehend ausgehandelt“ und werde auch die Straße von Hormus wieder öffnen. Das schrieb Trump am Samstag auf seiner Plattform Truth Social, wie Reuters und AP berichteten. Die letzten Details würden derzeit besprochen und bald bekanntgegeben. Die iranische Nachrichtenagentur Fars widersprach laut Reuters: Die Meerenge solle nach dem Abkommen unter iranischer Kontrolle bleiben. Trumps Aussage sei „nicht mit der Realität vereinbar“.
Waffenruhe und freie Passage
Das US-Nachrichtenportal Axios berichtete unter Berufung auf einen US-Regierungsvertreter, beide Seiten stünden kurz vor der Unterzeichnung. Vorgesehen sei eine 60-tägige Verlängerung der Waffenruhe, die im gegenseitigen Einvernehmen verlängert werden könnte. In dieser Zeit solle die Straße von Hormus ohne Gebühren passierbar sein. Iran solle die dort verlegten Seeminen räumen. Im Gegenzug würden die USA ihre Blockade iranischer Häfen aufheben und Ausnahmen von Sanktionen erlassen, damit Iran wieder Öl verkaufen könne.
Der Entwurf enthält laut Axios zudem die Zusage Irans, keine Atomwaffen anzustreben. Iran wolle demnach über eine Aussetzung der Urananreicherung und die Auslagerung seines Bestands an hoch angereichertem Uran verhandeln – Material, das nahe an waffenfähiger Qualität liegt. Die New York Times schrieb laut Reuters, der Entwurf lasse erkennen, dass Teheran diesen Bestand abgeben wolle. Einzelheiten dazu sollten in einer späteren Gesprächsrunde geklärt werden.
Pakistan vermittelt
Vermittler ist nach Angaben von AP Pakistan. Der pakistanische Armeechef Asim Munir reiste nach Teheran und traf den iranischen Parlamentspräsidenten Mohammad Baqer Qalibaf sowie Außenminister Abbas Araghchi. Der iranische Außenamtssprecher Esmail Baghaei sprach laut AP von einem „Rahmenabkommen“, dessen Details in 30–60 Tagen ausgehandelt werden sollten. Atomfragen seien derzeit nicht Teil der Gespräche. Vorrang habe das Ende des Kriegs, auch an der Front im Libanon.
Trump telefonierte laut Reuters am Samstag mit den Spitzenvertretern Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate, Katars, Ägyptens, Jordaniens, der Türkei, Pakistans und Bahrains sowie mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Das Gespräch mit Netanjahu sei „sehr gut“ verlaufen, schrieb Trump. Ein israelischer Vertreter sagte gegenüber Axios, Netanjahu habe Bedenken zu mehreren Punkten geäußert. Dazu gehöre unter anderem die im Entwurf vorgesehene Beendigung des Kriegs zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon.
Pakistans Regierungschef Shehbaz Sharif würdigte auf X Trumps Bemühungen und erklärte, Pakistan wolle die Friedensgespräche weiter mit Nachdruck unterstützen.
Der Krieg begann am 28. Februar mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran. Dabei wurden ranghohe iranische Amtsträger getötet. Der Iran reagierte mit Attacken auf Israel, US-Stützpunkte und Golfstaaten. Zugleich wurde eine neue Front im Libanon eröffnet. Der Konflikt hat bereits Tausende Todesopfer gefordert. Eine Waffenruhe hält seit dem 7. April.
Irans Parlamentspräsident Qalibaf erklärte laut Reuters, Teherans Streitkräfte hätten in dieser Zeit ihre Fähigkeiten wieder aufgebaut. Sollten die USA die Kampfhandlungen wieder aufnehmen, seien die Folgen „härter und bitterer“ als zu Kriegsbeginn.
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