US-Präsident Donald Trump hat Spanien als „schrecklichen Verbündeten“ bezeichnet und angekündigt, sämtliche Handelsbeziehungen mit dem Land einzustellen. „Spanien verhält sich furchtbar. Ich habe angeordnet, alle Abkommen mit Spanien zu kappen“, sagte Trump an diesem Dienstag bei einem Auftritt im Weißen Haus nach seinem Treffen mit dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz.
Auslöser der Eskalation ist die Weigerung der Linksregierung unter Ministerpräsident Pedro Sánchez, die US-Militärbasen Rota und Morón in Andalusien für Militäroperationen gegen den Iran zur Verfügung zu stellen. Beide Stützpunkte dienen seit Jahrzehnten als strategische Drehscheibe für US-Operationen in Europa, Afrika und dem Nahen Osten.
Kritik an Madrids Verteidigungsausgaben
Trump stellte dabei die spanische Souveränität über die Basen offen infrage. „Wir können sie nutzen, wann immer wir wollen. Niemand wird uns das Gegenteil sagen“, erklärte der US-Präsident. Spanien wiederum besteht auf seinem souveränen Recht, die Nutzung der Militäreinrichtungen für Operationen zu verweigern, die nicht von der eigenen Regierung gebilligt werden.
Zudem kritisierte Trump Spaniens Rüstungsausgaben: Das Land sei der einzige Nato-Verbündete, der dem Ziel von fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung nicht zugestimmt habe – und erreiche nicht einmal die zuvor vereinbarte Zwei-Prozent-Marke.
Protest in Barcelona gegen die spanischen Nato-Basen
© Marc Asensio Clupes/Imago
Sánchez wies die Vorwürfe zurück. „Spanien erfüllt seine Verpflichtungen. Wenn die USA die Handelsbeziehungen ändern wollen, müssen sie die bestehenden Abkommen mit der EU respektieren“, entgegnete der spanische Ministerpräsident laut El País.
Nervosität an den Märkten
Die Ankündigung Trumps sorgte für Unruhe an den Finanzmärkten. Analysten warnen vor den wirtschaftlichen Folgen eines tatsächlichen Abbruchs angesichts des erheblichen bilateralen Handelsvolumens. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern befinden sich laut El País auf dem tiefsten Punkt seit der demokratischen Transition in Spanien.
Spanische Regierungsstellen haben bislang keine ausführliche Stellungnahme zu Trumps jüngsten Äußerungen abgegeben. Eine Krisensitzung der Regierung wird jedoch in Kürze erwartet.
Kritik an Großbritannien: Keine Churchill-Ära
Trump übte zudem erneut heftige Kritik an dem britischen Premierminister Keir Starmer. Bei Treffen mit Merz sagte er, ohne Starmers Namen zu nennen: „Wir haben es hier nicht mit Winston Churchill zu tun“. Den Vergleich zum legendären britische Premierminister, der große Verantwortung am Sieg der Alliierten im Zeiten Weltkrieg getragen hatte, führte Trump sogar zweimal an. Das Verhalten der Briten sei „shocking“ (in etwa: schockierend).
Großbritannien hatte den USA britischen Medien zufolge erst verweigert, Angriffe auf den Iran von britischen Stützpunkten durchzuführen. Erst am Sonntagabend lenkte Starmer ein und erlaubte die Nutzung in begrenztem Umfang.
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