Finanzen

Trump düpiert Europäer: Plötzlich sitzt ein russischer Minister am Tisch

Die USA haben den russischen Finanzminister zum G20-Ministertreffen in North Carolina eingeladen. Lars Klingbeil war außer sich und wollte kein Foto.

Michael Maier
2 Min
Anton Siluanow, Finanzmister von Russland, sitzt beim Treffen der Finanzminister und Zentralbankchefs der G20-Staaten.

Anton Siluanow, Finanzmister von Russland, sitzt beim Treffen der Finanzminister und Zentralbankchefs der G20-Staaten.

© Bernd von Jutrczenka/dpa

Der russische Finanzminister Anton Siluanow ist völlig überraschend von der US-Regierung zum G20-Ministertreffen in Asheville, North Carolina, eingeladen worden. Die Europäer wurden offenkundig überrascht. Es ist die erste Teilnahme Russland seit dem Einmarsch in die Ukraine 2022.

Die Anwesenheit des russischen Finanzministers schaffe laut der New York Times „eine heikle Situation für die europäischen Vertreter der G20, deren Regierungen die Ukraine in ihrem Krieg gegen Russland nachdrücklich unterstützen“. Sie hätten „sich bemüht, Russland in der Weltwirtschaft und auf der diplomatischen Bühne zu isolieren“.

Die Europäer protestierten umgehend gegen die Teilnahme von Siluanow. Der deutsche Vizekanzler Lars Klingbeil und seine europäischen Amtskollegen drohten mit einem Boykott des traditionellen Gruppenfotos der Minister, sollte Siluanow teilnehmen. Siluanow verzichtete schließlich auf das Foto. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil sagte Reportern, er habe seinen russischen Amtskollegen für den Einmarsch seines Landes in die Ukraine gerügt und ein Ende des Krieges gefordert. Er kritisierte offenbar auch die Trump-Regierung für die Einladung Siluanovs. „Ich hätte mir eine klare Positionierung der USA gewünscht, dass er nicht wie ein gewöhnlicher Gast empfangen wird“, sagte Klingbeil.

Deutschland betrachte Russlands Präsenz insbesondere als Affront gegen die Ukraine, so die Times. Die Bundesregierung unterstütze die Ukraine mit Militärhilfe und anderen Hilfsleistungen und werfe Russland Sabotageakte in Deutschland vor.

US-Finanzminister Scott Bessent eröffnete das Treffen der G20-Finanzminister in North Carolina mit einer Rede. Er erklärte, die Ziele des Gipfels seien „stärkeres Wachstum und wirtschaftlicher Wohlstand für alle“. Zudem dankte er Europa für die Unterstützung des US-Ziels, die iranische Wirtschaft weiter zu isolieren.

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In seiner Rede fügte Bessent hinzu, er wolle die G20 wieder auf ihre ursprüngliche Mission ausrichten, die sich seiner Ansicht nach in den Jahrzehnten seit ihrer Gründung verschoben habe. Die politischen Entscheidungsträger müssten sich auf die Bewältigung globaler wirtschaftlicher Ungleichgewichte und die Bewältigung der Staatsschulden-Problematik konzentrieren, mit der Schwellenländer konfrontiert seien.

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