Weltraum

Trump erklärt den Mond zum Eigentum der USA

Der US-Präsident veröffentlicht ein Bild mit der Aufschrift „Der Mond gehört uns“. Völkerrechtlich kann jedoch kein Staat den Erdtrabanten für sich beanspruchen.

3 Min
US-Präsident Donald Trump spricht im Oval Office des Weißen Hauses in Washington.

US-Präsident Donald Trump spricht im Oval Office des Weißen Hauses in Washington.

© Jacquelyn Martin/AP

US-Präsident Donald Trump hat mit einem Beitrag auf Truth Social einen amerikanischen Anspruch auf den Mond angedeutet. „Der Mond gehört uns“ – das steht auf einem Bild der Mondoberfläche, das Trump am Sonntag mit einer US-Flagge veröffentlichte. Eine Erklärung fügte er dem Originalbeitrag nicht hinzu.

Ob Trump damit tatsächlich einen territorialen Anspruch anmelden oder lediglich provozieren wollte, blieb offen. Einen Erlass über den Status des Mondes veröffentlichte das Weiße Haus nicht. Rechtlich könnte der Präsident den Erdtrabanten ohnehin nicht zum amerikanischen Staatsgebiet erklären.

Screenshot von Trumps Post auf Truth Social

Screenshot von Trumps Post auf Truth Social

© Truth Social

Der Weltraumvertrag von 1967 schließt nationale Gebietsansprüche ausdrücklich aus. Nach Artikel II des Abkommens dürfen der Weltraum, der Mond und andere Himmelskörper weder durch Souveränitätserklärungen noch durch Nutzung oder Besetzung von einem Staat angeeignet werden. Die USA haben den Vertrag ratifiziert.

Mondforscher widerspricht Trump

Der kanadische Astronom Jamie Matthews wies Trumps angedeuteten Anspruch zurück. „Niemand kann Anspruch auf den Mond erheben. Das steht im Weltraumvertrag“, sagte der emeritierte Professor der University of British Columbia der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti. Auch die früheren amerikanischen Mondlandungen verliehen den USA keine besonderen Rechte.

Bereits vor den amerikanischen Apollo-Landungen hatte die Sowjetunion mehrere Premieren erzielt: Luna 1 flog im Jahr 1959 als erstes Raumfahrzeug am Mond vorbei, Luna 2 schlug wenig später als erstes menschengemachtes Objekt auf seiner Oberfläche auf und Luna 9 gelang im Jahr 1966 die erste erfolgreiche weiche Mondlandung.

Offizielle Reaktionen der Vereinten Nationen, der EU sowie der russischen oder chinesischen Regierung auf Trumps Beitrag lagen zunächst nicht vor.

Trumps jüngster Beitrag passt zur offensiveren amerikanischen Weltraumpolitik. In einem Erlass vom Dezember 2025 setzte Trump das Ziel, bis 2028 wieder US-Astronauten auf den Mond zu bringen und bis 2030 erste Bestandteile eines dauerhaften amerikanischen Außenpostens zu errichten. Zudem soll ein Atomreaktor für die Mondoberfläche entwickelt werden.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Trump hat auch Mond-Mineralien im Blick

Bereits während seiner ersten Amtszeit hatte Trump die kommerzielle Nutzung von Rohstoffen im Weltraum zum Ziel der US-Politik erklärt. Amerikanische Unternehmen sollen nach dem Erlass von 2020 unter anderem Wasser und Mineralien auf dem Mond fördern dürfen.

Washington unterscheidet dabei zwischen dem verbotenen Eigentumsanspruch auf einen Himmelskörper und Nutzungsrechten an gewonnenen Rohstoffen. Ob und unter welchen Bedingungen solche Rechte mit dem Weltraumvertrag vereinbar sind, ist international jedoch umstritten.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner